Forschung

Aktuelle Projekte

Doing disabled transitions. Organisationale Behinderungen im Transitionsprozess (OrBiT)

Projektbeschreibung

Junge Menschen mit Behinderungen sind trotz des menschenrechtlichen und wohlfahrtsstaatlichen Prinzips der Inklusion/Teilhabe beim Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt benachteiligt. Vor diesem Hintergrund untersucht das von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Projekt OrBiT (Doing disabled transitions. Organisationale Behinderungen im Transitionsprozess), wie der Übergang von der Schule in den Beruf für Jugendliche im Kontext von ‚Behinderung‘ vorbereitet und gestaltet wird. Ziel ist es, Erkenntnisse für die Gestaltung eines gleichberechtigten, diskriminierungsfreien und inklusiven Zugangs zu Berufsbildung und Beschäftigung zu gewinnen sowie praxisbezogene Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf im Rahmen der beruflichen Bildung zu formulieren. Realisiert wird das Projekt im Verbund von der Humboldt Universität zu Berlin und der Leibniz Universität Hannover.

Die Untersuchung fokussiert die Erfahrungen von schulischen und wohlfahrtsstaatlichen Akteuren im Kontext der beruflichen Orientierung. Dabei sollen unterschiedliche Schulen und Schulformen sowie mit diesen kooperierende Arbeitsagenturen/Jugendberufsagenturen, Rehaberatungen sowie Integrationsfachdienste in den Regionen Berlin und Niedersachsen einbezogen werden. Mit den jeweiligen im Übergangsgeschehen involvierten Fachkräften werden Expert*inneninterviews über ihre Erfahrungen in Bezug auf drei relevante Abschnitte im Übergangsprozess geführt: (1) Die Anbahnung von Übergängen im Zuge der schulischen Berufsorientierung, (2) die Planung von Übergängen am Ende der Schulzeit und (3) die Institutionelle Förderung von beruflicher (Aus-)Bildung und Beschäftigung. 

Projektleitung: Prof. Dr. Jonna Blanck und Prof. Dr. Gudrun Wansing (Verbundkoordination, Humboldt Universität zu Berlin) und Prof. Dr. Marc Thielen (Leibniz Universität Hannover)

Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Sarah Karim (Humboldt Universität zu Berlin) und Jule Lütge (Leibniz Universität Hannover)

Studentische Mitarbeit:

Zeitraum: 01.05.2026 bis 30.04.2029

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Bild Bild Bild

MOSAIK – Menschen, Orientierung, Schule, Arbeit, Inklusion, Kompetenzen

Projektbeschreibung

Junge Menschen mit kognitiven sowie mit kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen erhalten nach wie vor nur selten Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Trotz vorhandener Best-Practice-Beispiele zur beruflichen Inklusion erscheinen ihre Übergänge in (rehaspezifische) berufsvorbereitende Bildungsgänge des Übergangssystems und anschließend in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vorgezeichnet. Hier setzt das vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) und vom Integrationsamt Niedersachsen ab Mai 2025 für drei Jahre geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt „MOSAIK (Menschen, Orientierung, Schule, Arbeit, Inklusion, Kompetenzen)“ an. Realisiert wird das Projekt an der Technischen Universität Dortmund (Prof. Dr. Jan Kuhl) und der Leibniz Universität Hannover (Prof. Dr. Marc Thielen).

Nach der Identifizierung relevanter Branchen und Betriebe werden auf der Grundlage von Arbeitsprozessanalysen in Form qualitativer Fallstudien (Beobachtungen, Interviews, Dokumentenanalysen) sowie daran anschließender Unternehmensbefragungen (Mixed-Methods-Design) branchenspezifische Kompetenzprofile zu fachlichen und überfachlichen Kompetenzen entwickelt und Unterstützungsstrukturen exploriert. Im Fokus der Analyse stehen bereits vorhandene Erfahrungen zu beruflicher Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse der Analysen bilden im weiteren Projektverlauf die Grundlage für die Entwicklung eines kompetenzorientierten Diagnose- und Fördermodells, das zur Gestaltung inklusiver Übergänge in Institutionen am Übergang Schule-Arbeitswelt genutzt werden kann. Es dient zur systematischen und gezielten Vorbereitung junger Menschen auf Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Qualität und Passgenauigkeit des Modells wird im Projekt unter Einbeziehung von pädagogischen Fachkräften geprüft.   

Projektleitung : Prof. Dr. Jan Kuhl (Verbundkoordination, TU Dortmund) und Prof. Dr. Marc Thielen (Leibniz Universität Hannover)

Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Natalie Pape (Leibniz Universität Hannover), Dr. Sarah Schulze, Franz Falk , Michelle Grengel  (jeweils TU Dortmund)

Studentische Mitarbeit:

Zeitraum: 01.05.2025 bis 30.04.2028

Förderung: Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Niedersächsisches Integrationsamt

Bild Bild Bild
Bild Bild Bild

Jugend im Blick. Die Prozessierung von Entwicklungsbeobachtung und -begleitung im Kontext schulischer Berufsorientierung (JuiB)

Projektbeschreibung

Die ethnografisch angelegte Studie untersucht, wie das in der Berufsorientierung ab Klassenstufe 7 bzw. 8 eingesetzte Instrument der Potenzialanalyse an integrierten Sekundarschulen praktisch umgesetzt und mit unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Arrangements (z.B. Berufsfelderkundungen, Beratungen etc.) verknüpft wird.

Die Kooperation der beiden Projektstandorte ermöglicht die Kontrastierung der in Niedersachsen praktizierten schulinternen Variante der Kompetenzfeststellung, die von Lehrkräften durchgeführt wird, mit dem kooperativen Modell in Nordrhein-Westfalen, bei dem Fachkräfte von externen Trägern die Potenzialanalyse verantworten. Das Vorhaben leistet damit einen grundlegenden Beitrag zur Frage der Transformation von Bildungsinstitutionen infolge der bildungspolitisch forcierten Berufsorientierung und der Implementierung von neuen förderdiagnostischen Verfahren, die Kompetenzen jenseits schulischer Leitungen akzentuieren. Starten wird das an schulischen Zeitfenstern orientierte Projekt zu Beginn des Schuljahres 2023/24.

Projektleitung: Prof. Dr. Marc Thielen (Leibniz Universität Hannover) und Dr. Stephan Dahmen (Universität Paderborn)

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Markus Reimann

Studentische Hilfskraft: Jule Lütge

Zeitraum: 1.1.2024 bis 30.06.2027

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Bild Bild Bild

Übergangsvorbereitung an Sekundarschulen in differenten sozialräumlichen Kontexten  

Projektbeschreibung

Das Projekt untersucht in differenz-, ungleichheits- und sozialraumtheoretischer Perspektive, wie die Vorbereitung von Übergängen nach der Sek I an unterschiedlichen Sekundarschulformen (Oberschulen und Integrierte Gesamtschulen in Niedersachsen) in differenten sozialräumlichen Kontexten pädagogisch prozessiert wird, welche symbolischen und praktischen Konstruktionen von Differenz dabei wirksam werden und welche Bezüge zu den sozialräumlichen Kontexten und Schulkulturen sichtbar werden. Das Projekt ist multimethodisch angelegt und fußt auf qualitativen Interviews mit Leitungs-, Lehr- und Fachkräften zu symbolischen Schüler*innenkonstruktionen, Dokumentenanalysen zu schulischen Leitbildern und Konzepten zur Berufsorientierung sowie Sozialraumanalysen zu den Stadtteilen bzw. schulischen Einzugsgebieten. Perspektiv sind auch Teilnehmende Beobachtungen geplant. Die mehrstufige Analyse der unterschiedlichen Daten zielt auf die Rekonstruktion der schulischen Lernkulturen, deren Vergleich und Kontrastierung in die Erstellung von Fallstudien mündet, in denen die institutionellen Szenarien der Vorbereitung auf den Übergang nach der Sekundarstufe I verdichtet beschrieben und im Zusammenhang mit den sozialräumlichen Kontexten und Schulkulturen analysiert werden. Das Vorhaben knüpft an praxistheoretische Prämissen der neueren erziehungswissenschaftlichen Übergangsforschung („Doing Transition“) an und nimmt einen Fokus auf Differenz und Ungleichheit ein, indem das Sampling verschiedene Schulen und Schulformen in unterschiedlichen sozialräumlichen Kontexten mit unterschiedlichen Schulkulturen kontrastiert.

Projektleitung: Prof. Dr. Marc Thielen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Stefanie Kurth

Zeitraum: Seit 2019


Abgeschlossene Projekte

  • FöABv – Die Förderung ausbildungsrelevanter Verhaltensstandards im Unterricht berufsvorbereitender Bildungsgänge

    FöABv – Die Förderung ausbildungsrelevanter Verhaltensstandards im Unterricht berufsvorbereitender Bildungsgänge

    Projektkurzbeschreibung

    Für die erfolgreiche Bewältigung einer dualen Berufsausbildung werden soziale Kompetenzen als immer bedeutsamer angesehen. Unternehmensbefragungen der letzten Jahre zeigen regelmäßig, dass die sogenannten ‚Softskills‘ aus der Sicht von Ausbildungsbetrieben zu ‚Hardskills‘ geworden sind. Umgekehrt werden Defizite in sozialen Kompetenzen für die zurückgehende Ausbildungsbereitschaft von Betrieben und für Ausbildungsabbrüche verantwortlich gemacht. Der Berufsvorbereitung im sogenannten Übergangssystem, die auf die Aufnahme einer beruflichen Erstausbildung vorbereitet, kommt daher eine zentrale gesellschaftliche Funktion zu: In den Bildungsgängen sollen junge Menschen bei der Aneignung der für die Ausbildung als notwendig erachteten Kompetenzen pädagogisch unterstützt werden. Diese Aufgabe gilt als anspruchsvoll, auch weil die teilnehmenden Jugendlichen, die häufig über keinen mittleren Schulabschluss verfügen, nur eingeschränkte Chancen am Ausbildungsmarkt haben. Das Forschungsprojekt beleuchtet vor diesem Hintergrund die pädagogische Praxis der Berufsvorbereitung, die im Fachdiskurs je nach Perspektive als „Berufliche Förderpädagogik“ oder „Übergangspädagogik“ bezeichnet wird. In Institutionen der schulischen und sozialpädagogischen Berufsvorbereitung werden unterrichtliche Praktiken in den Blick genommen, im Zuge derer das Verhalten von Jugendlichen mit Blick auf die antizipierten Erwartungen im Ausbildungssystem pädagogisch adressiert wird. Neben der teilnehmenden Beobachtung am Unterricht werden qualitative Interviews mit dem Lehr- und Ausbildungspersonal sowie mit sozialpädagogischen Fachkräften durchgeführt.  

    Laufzeit: 01.09.2017 bis 31.12.2020

    Drittmittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Ansprechpersonen

    • Wissenschaftliche Mitarbeitende: Dr. Antje Handelmann, Dr. Karolina Siegert
    • Studentische Mitarbeitende: Jessica Nuske