Beschreibung
Mehrsprachigkeit beschreibt die Fähigkeit von Individuen, zwei oder mehr Sprachen in unterschiedlichem Umfang zu verstehen und zu verwenden. Sie umfasst produktive Kompetenzen wie Sprechen und Schreiben ebenso wie rezeptive Fähigkeiten wie Hören und Lesen. Sprachkenntnisse sind dabei dynamisch: Sie können wachsen, sich verändern oder teilweise verloren gehen. In Gesellschaften zeigt sich Mehrsprachigkeit durch die Koexistenz verschiedener Sprachgemeinschaften, Regional- oder Minderheitensprachen sowie durch Migrationsbewegungen. Forschung belegt, dass Mehrsprachigkeit nicht nur kommunikative Vorteile bietet, sondern auch kognitive Flexibilität, Problemlösekompetenz und kulturelles Verständnis fördert. Im schulischen Kontext wird Mehrsprachigkeit zunehmend als Ressource anerkannt: Sie unterstützt differenziertes Lernen, stärkt die Identitätsentwicklung und ermöglicht Schülerinnen und Schülern erweiterte Teilhabe in einer global vernetzten Welt. Ergänzend dazu verweist das Konzept des Translanguaging auf die umfassende und flexible Nutzung aller zur Verfügung stehenden Sprachen, Dialekte und Varietäten einer Person, um Lern- und Kommunikationsprozesse effektiver und authentischer gestalten zu können.
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Fact Sheets
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Methoden
Mehrsprachigkeit ist heute ein fester Bestandteil schulischer Realität: Viele Schülerinnen und Schüler wachsen mit zwei oder mehr Sprachen auf. Dies eröffnet Chancen für Lernen, Identitätsentwicklung und kulturelles Verständnis – und stellt Schulen zugleich vor die Aufgabe, Sprachenvielfalt bewusst und förderlich in den Unterricht einzubeziehen.
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Translanguaging
Lernende nutzen flexibel verschiedene Sprachen, um Inhalte zu verstehen, zu verarbeiten und zu präsentieren. So wird der gesamte sprachliche Reichtum ausgeschöpft. -
Sprachenporträts
Schülerinnen und Schüler visualisieren ihre Sprachen, reflektieren ihre Identität und machen sprachliche Vielfalt in der Klasse sichtbar. -
Kontrastives Arbeiten
Vergleich von Strukturen, Wortschatz oder Redewendungen zwischen verschiedenen Sprachen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede bewusst zu machen. -
Mehrsprachige Materialien
Einsatz von zweisprachigen Büchern, Untertiteln oder parallelen Texten, die den Zugang zu Inhalten erleichtern und Vielfalt berücksichtigen. -
Digitale Tools und KI
Nutzung von Übersetzungs-Apps, KI-gestützten Tools oder Sprachvergleichsanwendungen, um Sprachen zu analysieren und kritisch zu reflektieren. -
Herkunftssprachen einbinden
Schülerinnen und Schüler dürfen ihre Erst- oder Familiensprachen im Unterricht verwenden, etwa bei Brainstormings oder in Gruppenarbeit. -
Sprachensammeln
Erstellung von mehrsprachigen Wortschatzlisten, Wänden oder digitalen Glossaren zu einem Thema mit allen verfügbaren Sprachen. -
Mehrsprachige Schreibaufgaben
Verfassen von Texten, die mehrere Sprachen enthalten, wie zweisprachige Gedichte, Geschichten oder Tagebucheinträge. -
Mehrsprachige Projektarbeit
Gruppen nutzen unterschiedliche Sprachressourcen für Recherchen und Präsentationen, um Wissen gemeinsam zu erarbeiten. -
Mehrsprachiges Vorlesen und Erzählen
Geschichten werden in verschiedenen Sprachen vorgelesen oder mit Audio/Video-Material unterstützt, um unterschiedliche Sprachklänge erfahrbar zu machen. -
Mehrsprachiges Theater
Erarbeitung und Aufführung von Szenen oder Stücken in mehreren Sprachen – fördert Kreativität und Sprachbewusstheit. -
Sprachdetektiv-Aufgaben
Lernende erschließen Bedeutung und Strukturen durch Vergleiche von Texten, Wörtern oder Dialogen in verschiedenen Sprachen. -
Mehrsprachige Recherchen
Informationen werden gezielt in unterschiedlichen Sprachen gesucht und in der Unterrichtssprache zusammengeführt. -
Eltern- und Community-Einbindung
Familienmitglieder oder Gäste bringen ihre Sprachen in Form von Geschichten, Sprichwörtern oder Liedern in den Unterricht ein.
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Materialien
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