Was ist MULTIK?
MULTIK steht für „Mehrsprachiges Unterrichten mit Lerntechnologien und Künstlicher Intelligenz“. MULTIK ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt an der Leibniz Universität Hannover, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Mehrsprachigkeit und Künstliche Intelligenz (KI) didaktisch fundiert, reflexiv und chancengerecht im Unterricht und in der Lehrkräftebildung genutzt werden können.
Im Mittelpunkt von MULTIK stehen Lehrkräfte und Lehramtsstudierende sowie deren
- Haltungen gegenüber Mehrsprachigkeit und KI,
- Wissen über didaktische, medienpädagogische und ethische Grundlagen,
- Handeln im konkreten Unterricht.
Ziel ist es, empirisch zu untersuchen und praktisch zu erproben, wie KI dazu beitragen kann,
- sprachliche Vielfalt sichtbar zu machen,
- Bildungssprache aufzubauen,
- Teilhabe und Chancengerechtigkeit zu fördern
und Lehrkräfte im professionellen Umgang mit KI zu qualifizieren
Was ist die KI-Toolbox?
Die KI-Toolbox ist ein zentrales Praxis- und Transferprodukt des Projekts MULTIK.
Sie ist eine digitale, modular aufgebaute Lehr-Lern-Plattform, die Lehrkräften und Lehramtsstudierenden konkrete, erprobte und reflektierte Einsatzmöglichkeiten von KI für einen mehrsprachigkeitssensiblen Unterricht bietet.
Die KI-Toolbox umfasst unter anderem:
- didaktisch ausgearbeitete Unterrichtsbeispiele mit KI-Bezug,
- mehrsprachige Aufgabenformate (z. B. Sprachvergleich, Sprachmittlung, Scaffolding),
- Reflexionsimpulse zu KI-Ausgaben, Bias, Sprache und Macht,
- Handlungsleitlinien für einen verantwortungsvollen, datenschutzsensiblen KI-Einsatz.
Dabei steht nicht das Tool, sondern der pädagogische Mehrwert im Vordergrund:
KI wird als Unterstützungs-, Reflexions- und Lernwerkzeug verstanden – nicht als Ersatz für Lernen, Lehren oder Denken.
Dr. phil. Ulrich Stitzinger und Studienrat Gianni Triantis arbeiten an der Schnittstelle von Mehrsprachigkeitsdidaktik, Lehrkräftebildung und digitaler Bildung mit Künstlicher Intelligenz.
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Roland Schneider/Bilderraum Fotostudio
Ulrich Stitzinger ist seit 2012 in der Abteilung Sprach-Pädagogik und -Therapie als wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit Oktober 2022 in der Funktion als Abteilungsleiter beschäftigt. Er studierte Sozialwesen, Visuelle Kommunikation sowie das Lehramt für Sonderpädagogik mit absolviertem Ersten und Zweiten Staatsexamen. Nach dem Vorbereitungsdienst unterrichtete er mehrere Jahre als Förderschullehrer. Parallel war er langjährig als Fachseminarleiter in der Fachrichtung Sprache am Studienseminar Hannover für das Lehramt für Sonderpädagogik sowie als Lehrbeauftragter am Institut für Sonderpädagogik an der LUH tätig. Außerdem leitet er seit mehreren Jahren die berufsbegleitende Qualifizierung für Sprachförderkräfte der Landeshauptstadt Hannover und ist innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik als Bundes- und Landesreferent für Hochschulfragen und Fortbildungen beauftragt. Von 2020 bis 2022 vertrat er die Professur für Inklusion im Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation an der Universität Paderborn sowie die Professur für Inklusive Pädagogik mit dem Schwerpunkt Sprache an der Universität Bremen. Neben der Leitung des Masterstudiengangs für das Lehramt für Sonderpädagogik im Förderschwerpunkt Sprache liegen die aktuellen Arbeits- und Forschungsschwerpunkte von Ulrich Stitzinger im Bereich Mehrsprachigkeit und Translanguaging mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz sowie der Erforschung des Einflusses personaler und bildungsbezogener Kontextfaktoren auf den kindlichen Spracherwerb. Zudem untersucht er im Feld der schulischen Inklusion sprachlich-kommunikative Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche sowie die interprofessionelle Kooperation der Lehrenden. Ferner beschäftigt er sich mit der Entwicklung diagnostischer Verfahren zur Erfassung (schrift-)sprachlicher Fähigkeiten von Kindern im Elementar- und Primarbereich.
Gianni Triantis ist Studienrat für Englisch, Informatik und Spanisch, Autor und Fortbildner mit dem Schwerpunkt Fremdsprachendidaktik, Mehrsprachigkeitsförderung und digitaler Bildung. Er entwickelt seit vielen Jahren praxisnahe Unterrichtskonzepte, die sprachliche Vielfalt als Ressource nutzen und digitale sowie KI-gestützte Werkzeuge didaktisch reflektiert einbinden.
Als Autor veröffentlicht Gianni Triantis Beiträge und Materialien zu mehrsprachigkeitssensiblem Fremdsprachenunterricht, Sprachbewusstheit, digital gestützten Aufgabenformaten sowie zum verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Zusätzlich arbeitet er als Fortbildner mit Lehrkräften unterschiedlicher Schulformen zusammen und konzipiert Workshops, schulinterne Fortbildungen und Qualifizierungsformate zu den Themen Mehrsprachigkeit, Digitalisierung, KI im Unterricht und zeitgemäße Fremdsprachendidaktik.
Im Projekt MULTIK – Mehrsprachiges Unterrichten mit Lerntechnologien und Künstlicher Intelligenz ist Gianni Triantis als Fachlicher Begleiter im Auftrag des Referats 24 des Niedersächsischen Kultusministeriums tätig. In dieser Funktion wirkt er an der Weiterentwicklung mehrsprachigkeitsförderlicher und KI-gestützter Unterrichtskonzepte in niedersächsischen Schulen mit und unterstützt den Transfer zwischen Schulpraxis und bildungspolitischen Zielsetzungen.
Was macht uns aus?
Gemeinsam verbinden wir wissenschaftliche Forschung und schulische Praxis. Im Projekt MULTIK entwickeln und erforschen wir Konzepte, Materialien und Fortbildungsformate, die Lehrkräfte dabei unterstützen, Mehrsprachigkeit mithilfe von KI gezielt zu fördern, Lernprozesse chancengerecht zu gestalten und Schülerinnen und Schüler auf eine digitale, sprachlich vielfältige Gesellschaft vorzubereiten.