Differenzwerkstatt – Dis*ability, das Fremde und Geschlecht in Literaturen

Die Differenzwerkstatt wird seit August 2019 bis Juli 2020 im Rahmen des Förderprogramms Innovative Lehr- und Lernkonzepte: Innovation plus des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur entwickelt. Das Seminarkonzept soll längerfristig als dauerhafter Bestandteil in das Lehrangebot im Wahlpflichtmodul I implementiert werden. Inhaltlich befasst sich die Forschungswerkstatt mit den Themen Behinderung, Konstruktion des Anderen und Inklusion in Literatur und Medien. Durch forschendes Lernen sollen die Studierenden in der Konstruktion eines gegenstandsbasierten Theorieverständnisses unterstützt werden. Im Sommersemester 2020 wird die Differenzwerkstatt im Team Teaching gemeinsam mit Dr. phil. Dorothee Meyer durchgeführt. Das Team Teaching stellt eine zusätzliche Ressource dar, um die Interpretationen dynamisch zu gestalten und verschiedene Lesarten aufzuzeigen.

close and wide reading

Um die Methodenkompetenz der Studierenden zu fördern, wird die kulturwissenschaftlich verortete Methode close and wide reading eingeführt. Mit ihrer Hilfe kann die kulturelle Dimension literarischer Texte ergründet werden (vgl. Hallet 2010). Dazu werden Texte ausgewählt, die zur induktiven Erarbeitung eines theoretischen Verständnisses des kulturellen Behinderungsmodells oder Othering-Prozessen genutzt werden können.      

ein weiter Literaturbegriff

Neben Romanauszügen (bspw. aus Hunger auf Blüten (1986) von Cilly Schwerdt) werden im Sinne eines weiten Literaturbegriffs ebenfalls digitale und televisuelle Literaturen einbezogen (bspw. die Beitragsreihe Mein Autismus in 500 Wörtern, die auf dem Blog Realitätsfilter veröffentlicht wurde oder Auszüge aus den Serien Game of Thrones oder Die Brücke).

  • Strukturelemente des Seminars
    • wöchentliche Seminarsitzungen zum Thema Differenz in Literaturen 
    • semesterbegleitende kollaborative Erarbeitung von Studien- und Prüfungsleistungen in Form von Reflexions- und Analyseaufträgen in Form von E-Portfolios
    • Vorträge durch Gastreferent*innen; (bspw. Die Konstruktion des Fremden im Bilderbuch)
  • Ziele des Seminars
    1. Anbahnung eines Verständnisses für die kulturelle und kulturgeschichtliche Hervorbringung von Behinderung, Gender und der Konstruktion des Anderen. 
    2. Einblick vermitteln in verschiedene (Text-)Genres, in denen Behinderung, Gender bzw. die Konstruktion des Anderen inszeniert werden
    3. Kennenlernen relevanter theoretischer Konzepte (bspw. das kulturelle Modell von Behinderung sowie die Konzepte Intersektionalität und Othering)
    4. Anbahnung eines Verständnisses von Differenz als Struktur (Beschäftigung mit Fragen wie: Wie wird Differenz hergestellt? Welche subjektbezogene und gesellschaftliche Funktion hat die Herstellung von Differenz (bspw. am Beispiel der Konstruktion des Fremden)?) 
    5. Sensibilisierung für gesellschaftliche und kulturelle Prozesse (z.B. Diskriminierung), die Behinderung und Konstruktionen des Anderen negativ betreffen, für Ambivalenzen und Mehrdeutigkeiten sowie Anstoß zur Erkundung der eigenen Gefühlsdimension und Anbahnung der Entwicklung einer eigenen Haltung

PROJEKTLEITUNG & ANSPRECHPERSON

Katrin_Kreuznacht Katrin_Kreuznacht © Roland Schneider/Bilderraum Fotostudio
Katrin Kreuznacht
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Katrin_Kreuznacht Katrin_Kreuznacht © Roland Schneider/Bilderraum Fotostudio
Katrin Kreuznacht
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter