Untersuchung von Peer-to-Peer Strategien in der inklusiven Engagementförderung

Die Abteilung „Pädagogik bei Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung“ untersucht im Rahmen einer Begleitforschung Angebote, die in einem Praxisentwicklungsprojekt der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. entwickelt wurden. Bislang bestehen kaum wissenschaftliche Erkenntnisse zum freiwilligen Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen und zu informellen Unterstützungsstrukturen von Familien mit Angehörigen mit Behinderungserfahrung.    

Im Rahmen der Begleitforschung wird die Wirkung von Peer-to-Peer Strategien zur Stärkung der Selbstvertretung von unterstützt kommunizierenden Jugendlichen, jungen Erwachsenen sowie Familien mit unterstützt kommunizierenden Kindern evaluiert. Hierbei steht die Perspektive der Beteiligten im Vordergrund. Um diese zugänglich zu machen, werden ein auf diese Personengruppen und Zielsetzungen angepasstes Forschungsdesign mit projektbezogenen Interviewleitfäden und Fragebögen entwickelt sowie Strategien zur Befragung von unterstützt sprechenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen erarbeitet. 

INFORMATIONEN ZUR BEGLEITFORSCHUNG

  • Zielsetzung der Begleitforschung

    Zielsetzung des Begleitforschungsprojektes ist es, ein vertieftes Verständnis von Potenzialen und Barrieren des Empowerments und der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungserfahrung und ihren Familien zu gewinnen. Dazu wird ein Untersuchungsdesign entwickelt, das den unterschiedlichen Zielgruppen und Beteiligten des Projektes Rechnung trägt und ihre Perspektiven einbezieht.

  • Methodik der Begleitforschung

    Aufgrund der fortgesetzten Pandemiesituation werden aktuell die verschiedenen Angebote im Rahmen des Projektes „Kommunikationsbotschafter*innen – selbstbewusst, vernetzt, unterwegs“ in digitale Formate umgewandelt. Die Begleitforschung reagiert auf die Entwicklungen und Veränderungen durch eine fortlaufende Anpassung von Methoden und Fragestellungen in enger Abstimmung mit der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V.

    Aktuell sieht die Begleitforschung folgende Erhebungs- und Auswertungsstrategien vor: Regelmäßige Auswertungsgespräche zu inhaltlichen und didaktisch/methodischen Fragen mit Modulkoordinator*innen und ehrenamtlichen Moderator*innen im Anschluss an Familien-Veranstaltungen. [Inhaltsanalytische Datenauswertung nach Gläser und Laudel]

    • Gruppeninterviews mit unterstützt sprechenden Teilnehmer*innen der Online-Gesprächsgruppen für unterstützt sprechende Jugendliche und junge Erwachsene [Thematisches Kodieren nach Flick]
    • Gruppeninterviews mit den unterstützt sprechenden Teilnehmer*innen der Weiterbildung für Kommunikationsbotschafter*innen [Thematisches Kodieren nach Flick]
    • Online-Fragebogen mit Organisationen und Bildungseinrichtungen, in denen sich unterstützt sprechende Kommunikationsbotschafter*innen engagieren [Deskriptive statistische Verfahren]
    • Triangulierung der Ergebnisse durch vergleichende Analysen
    • Rückkopplung an den Forschungsstand zum freiwilligen Engagement und Peer-to-Peer Angeboten im Kontext von Behinderung auf der Basis einer wissenschaftlichen Literaturauswertung
  • Laufzeit

    Das Projekt läuft vom 01.09.2020 bis 31.12.2021.

PRAXISENTWICKLUNGSPROJEKT DER GESELLSCHAFT FÜR UNTERSTÜTZTE KOMMUNIKATION E.V.

 

Im Rahmen des Praxisentwicklungsprojektes  Kommunikationsbotschafter*innen – selbstbewusst, vernetzt, unterwegs (gefördert von der SKala-Initiative) hat die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. Strategien und Angebote zur Engagementförderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderungserfahrung und ihren Familien entwickelt.

Bausteine des Praxisentwicklungsprojekts

  • Weiterbildung für unterstützt sprechende Menschen von unterstützt sprechenden Menschen

    Unterstützt sprechende Menschen entwickeln in der Weiterbildung eigene Engagement-Ideen für ein inklusives Zusammenleben in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld. In der Weiterbildung entwerfen sie einen konkreten Plan, um ihre Idee umzusetzen und lernen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, um Unterstützter*innen für Ihre Idee zu gewinnen. Die Weiterbildung war bereits inklusive Blended Learning-Formaten und Selbststudienmaterialien geplant, aufgrund der Corona-Pandemie finden aktuell auch die Präsenz-Anteile online statt. 

  • Coaching und Beratung für Begleitpersonen der Kommunikationsbotschafter*innen

    Vor Ort werden die Kommunikationsbotschafter*innen von freiwilligen Begleitpersonen unterstützt. Die Begleitpersonen bekommen im Rahmen des Projektes ein Coaching zu ihren Aufgaben und haben zudem eine Ansprechperson für ihre Fragen. 

  • Moderierte Online-Gesprächsgruppen

    In Online-Gesprächsgruppen tauschen sich unterstützt sprechende Jugendliche und junge Erwachsene über selbst gewählte Themen und Fragen des Aufwachsens mit Behinderung aus. Die Gesprächsgruppen werden von unterstützt sprechenden Moderator*innen begleitet. Die Moderationsteams erhalten ein Coaching in Bezug auf Organisation, Moderation und Werbung. 

  • Familientreffen und -freizeiten

    'Von Familien für Familien' ist das Motto von Familientreffen und -freizeiten für Familien mit unterstützt sprechenden Kindern. Aufgrund der Corona-Pandemie finden aktuell Elternabende in Online-Formaten mit unterstützt sprechenden Gästen statt. Im nächsten Schritt werden von Geschwistern unterstützt sprechender junger Erwachsener Online-Formate für Geschwistertreffen entwickelt. Die Familien bestimmen das Motto der jeweiligen Online-Treffen mit, die dann vom Moderationsteam vorbereitet werden. 

KONTAKT

© Roland Schneider/Bilderraum Fotostudio
Prof. Dr. Imke Niediek
Professorinnen und Professoren
Adresse
Schloßwender Straße 1
30159 Hannover
Gebäude
Raum
216
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Prof. Dr. Imke Niediek
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216

METACOM Symbole © Annette Kitzinger  

weitere Abbildungen zur Verfügung gestellt von der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. im Zusammenarbeit mit Annette Kitzinger