Arbeitsfeld Stimme

Herzlich Willkommen im Schwerpunkt Stimme. Hier finden Sie Informationen für Studierende und Lehrer*innen. Gern stellen wir Ihnen unsere aktuellen Praxisprojekte vor. Der Stimme wird in der Kommunikation häufig erst dann Beachtung geschenkt, wenn sie von Störungen betroffen ist. Die Praxisprojekte in diesem Arbeitsfeld beschäftigen sich mit hemmenden und förderlichen Bedingungen für den professionellen Gebrauch der Stimme zur Gestaltung von Lehr-Lernprozessen.

TUTORENMODELL STIMME

  • Kurzvorstellung des Projekts

    Das Projekt „Tutorenmodell Stimme“ richtet sich an Studierende des Masterstudiengangs Sonderpädagogik und Rehabilitationswissenschaften (M.A.).

    Im Rahmen des Projekts erwerben die Studierenden theoretische Kenntnisse im Bereich Stimme und Stimmstörungen sowie in der Planung von stimmpädagogischen und -therapeutischen Maßnahmen. Im folgenden Semester führen die Teilnehmenden mit anderen Studierenden präventive und therapeutische Übungssequenzen im Kontext Stimme durch. Diese werden gemeinsam unter Anleitung analysiert und reflektiert.

     

    TEAM:             Jan Appel, Jana Pflughoft, Christiane Miosga

    JAHR:               2019

    FÖRDERUNG:   Leibniz School of Education

    LAUFZEIT:        04/2018 - 2/2020

  • Projektkonzeption

    In diesem Projekt ist die Systemhaftigkeit von Praxis, Theorie und Reflexion in der Uni erlebbar. Die Hochschul-Ambulanz des Instituts für Sonderpädagogik strebt als Lehr-Lern-Ambulanz die Entwicklung von Kompetenzen und die Professionalisierung von Studierenden in der Lehrerbildung und in der Ausbildung akademischer Sprachtherapeut*innen an. Auf diese Weise wird das im Studium erworbene theoretische Wissen in konkrete praktische Fragestellungen übersetzt und einer Bearbeitung zugänglich gemacht. Nur so können auch Handlungskompetenzen erworben und Theorie, Praxis und Reflexion sowie deren Systemhaftigkeit konkret erfahrbar werden (Kracht 2010; Fröhlich-Gildhoff, Nentwig-Gesemann & Pietsch 2011; Welling 2012). Durch die kritische Auseinandersetzung mit den gemachten Erfahrungen kann eine reflexive Haltung und langfristig ein „reflexiver Habitus“ (Helsper 2001: 12; Wildt 2003) entwickelt werden, welcher als wesentlicher Bestandteil von Professionalität verstanden wird (Rabe-Kleberg 2007).

    Zudem geben 40-60% aller Lehrpersonen Stimmprobleme als gesundheitliche Hauptbeeinträchtigung an (Richter & Echternach, 2010). In Anbetracht dessen sind Präventionsmaßnahmen notwendig (Menzel & Beushausen, 2004). Ergebnisse der praktischen Arbeit in diesem peer-tutoring- Modell können wiederum nach dem Grundsatz der „evidence based practice“ an die Forschung angebunden werden.

    Ziele des Projekts

    Das Projekt „Tutorenmodell Stimme“ umfasst folgende Ziele und Inhalte:

    • Aneignung theoretischen und praktischen Wissens zum Thema Stimme und Stimmtherapie
    • Anleitung und Supervision der Studierenden in der Stimmtherapie
    • Planung und Durchführung von stimmpädagogischen und stimmtherapeutischen               
    • Übungssequenzen in Kleingruppen
    • Reflexion der eigenen stimmlichen Parameter hinsichtlich der späteren Berufstätigkeit
    • Prävention von Stimmstörungen im Lehrberuf
  • Informationen für Master-Studierende

    Im Rahmen der Theorieveranstaltung werden folgende Themen behandelt:

    • Anatomische und physiologische Grundlagen der Stimm- und Sprechbildung
    • Stimmdiagnostik, Stimmanalyse in pädagogischen Handlungskontexten (Kita, Schule)
    • Beispielplanung von Stimmtrainingssequenzen und Stimmberatung
    • Übersicht über die gängigen Methoden in der Stimmtherapie

     

    Darüber hinaus werden Behandlungsmethoden der Stimmtherapie demonstriert und praktisch erprobt. Jede/r Studierende führt Einheiten mit Studierenden aller Lehrämter durch. Diese werden supervidiert und gemeinsam reflektiert.

    Studierende, die am Projekt „Tutorenmodell Stimme“ teilnehmen möchten, informieren sich bitte im aktuellen Vorlesungsverzeichnis über die dazugehörigen Veranstaltungen:

    • Bachelorstudierende (als Probanden): Modul E.3/ oder Schlüsselkompetenzen: „Stimmt die Stimme?“
    • Masterstudierende: Modul SKT 4.2: „Verfahren zur Beurteilung von Stimme und Stimmstörung; Einführung  in stimmtherapeutische Behandlungskonzepte“sowie Modul SKT 6.6: „Theorie und Praxis der Stimmbildung und -therapie“
  • Informationen für Bachelorstudierende (als Probanden)

    Eine klangvolle und tragfähige Stimme ist ein wichtiges Instrument  für LehrerInnen und TherapeutInnen.

    In diesem Seminar wird die Wirkung der eigenen Stimme analysiert und Hinweise und Übungen zu alternativem Atem- und Stimmverhalten durchgeführt.

    Die Durchführung erfolgt im Tutoriat durch Masterstudierende der Sprachtherapie. In einer Einführungsveranstaltung am werden die Grundlagen der Stimmgebung erläutert und die Stimmen der TeilnehmerInnen analysiert. In mehreren flexibel zu vereinbarenden Kleingruppensitzungen werden individuelle Übungen zum Einsatz der Stimme in Unterricht und Förderung durchgeführt. Die Übungen finden teilweise in der Ambulanz statt, in der der Beobachtungsraum mit der einseitig verspiegelten Scheibe zur Hospitation genutzt wird.

    Es können eigene Videosequenzen aus praktischen Tätigkeiten zur Analyse genutzt werden.

    Die Veranstaltung ist auf  20 Teilnehmer begrenzt. Für Bachelor Sonderpädagogik  Studierende erfolgt die Anmeldung über Stud.IP. Für den FüBA und Bachelor Tech. Ed (Schlüsselkompetenzen) oder Schulpraxis bitte per Mail an: jana.pflughoft@ifs.uni-hannover.de

    Studierende, die am Projekt „Tutorenmodell Stimme“ teilnehmen möchten, informieren sich bitte im aktuellen Vorlesungsverzeichnis über die dazugehörigen Veranstaltungen:

    • Bachelorstudierende (als Probanden): Modul E.3/ oder Schlüsselkompetenzen: „Stimmt die Stimme?“
  • Aktuelle Projektaktivität

    Für Bachelorstudierende (als Probanden): Modul E.3 oder Schlüsselkompetenzen: „Stimmt die Stimme?“

    Für Masterstudierende: Modul SKT 6.6: „Theorie und Praxis der Stimmbildung und -therapie mit Reflexion und peer tutoring“ sowie Modul SKT 4.2: „Verfahren zur Beurteilung von Stimme und Stimmstörung; Einführung  in stimmtherapeutische Behandlungskonzepte“

DIVERSITY IN SPEECH – STIMME(N) IM INKLUSIVEN UNTERRICHT

  • Kurzbeschreibung zum Projekt

    Das Konzept „Diversity in speech“ plädiert dafür, die Vielfalt von Sprechstilen und Registern bei Schüler/-innen und Lehrer/-innen als Ressource und Chance zu verstehen. Im Vergleich zu bestehenden Qualifizierungsansätzen in Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bereich Sprecherziehung, Stimmbildung und Sprachförderung, die eher normorientierte Sprechweisen zum Ziel haben (an einer physiologischen Norm orientiert, an den Leistungen bzw. Defiziten der Schüler/-innen orientiert, am pädagogischen Habitus orientiert etc.), zielt dieser Ansatz auf maximale Reflexivität und Variabilität, um den Bedürfnissen im inklusiven Unterricht gerecht zu werden. Gleichzeitig dient diese Ressource der Prävention von Stimmstörungen. Vor diesem Hintergrund wird in Lehrveranstaltungen und Fortbildungen das Konzept "Diversity in speech" theoretisch, empirisch und praktisch vorgestellt sowie im Hinblick auf seine Bedeutung für die (inklusive) Lehrer/-innenbildung diskutiert. In Workshops wird die eigene Haltung zu Stimme(n) im Unterricht erforscht und Möglichkeiten zur Erweiterung des stimmlichen Gestaltungsspektrums bzw. Habitus erprobt, um den Anforderungen im inklusiven Unterricht mit stimmlicher Vielfalt begegnen zu können. Das Konzept wird im angegiederten SpeechLab evaluiert. 

    TEAM:             Christiane Miosga, Jana Pflughoft

    JAHR:               2019

  • Projektkonzeption

    Eine diversitätsbewusste Stimmbildung in der LehrerInnenbildung ermöglicht im Spannungsfeld Inklusion -  Exklusion die Reflexion impliziter und unbewusster stimmlich-kommunikativer multimodaler Handlungsmuster,  die Teilhabe verhindern/ ermöglichen und Lernprozesse initiieren/ hemmen.

    Die unreflektierte stimmliche Interaktionsgestaltung der Lehrerin oder des Lehrers im Unterricht kann unbewusst beitragen zu:

    • subtiler Zurückweisung und Isolation einzelner SchülerInnen
    • unreflektierter Übernahme stimmlicher Muster und vorgelebter institutioneller pädagogischer Praxis  ungewollter Übertragung physischer wie psychischer Spannungszustände auf die SchülerInnen
    • Verhinderung von Lerngelegenheiten

     

    In diesem Projekt ist daher die Systemhaftigkeit von Praxis, Theorie und Reflexion erlebbar. Die Hochschul-Ambulanz des Instituts für Sonderpädagogik strebt als Lehr-Lern-Ambulanz die Entwicklung von Kompetenzen und die Professionalisierung von Studierenden in der Lehrerbildung und in der Ausbildung akademischer Sprachtherapeut*innen an. Auf diese Weise wird das im Studium erworbene theoretische Wissen in konkrete praktische Fragestellungen übersetzt und einer Bearbeitung zugänglich gemacht. Nur so können auch Handlungskompetenzen erworben und Theorie, Praxis und Reflexion sowie deren Systemhaftigkeit konkret erfahrbar werden (Kracht 2010; Fröhlich-Gildhoff, Nentwig-Gesemann & Pietsch 2011; Welling 2012). Durch die kritische Auseinandersetzung mit den gemachten Erfahrungen kann eine reflexive Haltung und langfristig ein „reflexiver Habitus“ (Helsper 2001: 12; Wildt 2003) entwickelt werden, welcher als wesentlicher Bestandteil von Professionalität verstanden wird (Rabe-Kleberg 2007).

    Ziele des Projekts

    Das Projekt „Diversity in speech“ umfasst folgende Ziele und Inhalte:

    • Aneignung von Wissen über die physiologische und kommunikative Funktion der Sprechgestaltung
    • Analysekompetenz: Beschreibung und Interpretation von Sprechstilen
    • reflexiv-sprecherischen Kompetenz: Sensibilisierung für Produktion, Reproduktion und Wahrnehmung von Sprechstilen
    • Erweiterung der stimmlichen Handlungsmöglichkeiten, größtmögliche Variabilitat
    • die Vielfalt des Sprechens als Chance zu begreifen und eine aktive Stärkung kommunikativer Ressourcen aller Schüler/Klienten in inklusiven Settings anzustreben.
  • Informationen für Studierende

    Jeweils im Wintersemester wird eine zweiteilige Veranstaltung (Modul E2+E3) zur Professionellen Kommunikation in Unterricht und Therapie angeboten.

    Ziel dieser zweiteiligen Veranstaltung (E2+E3) ist die Auseinandersetzung mit den kommunikativen Herausforderungen des zukünftigen Berufs, die Sensibilisierung für die Sprechgestaltung der eigenen Person sowie anderer Personen sowie die Entwicklung von Kommunikationsstrategien für die erfolgreiche Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen.

    Im Rahmen der Theorieveranstaltung (E2) geht es um die theoretische Auseinandersetzung mit der personalen Sprechgestaltung sowie habituellen Sprechstilen in (sonder-)pädagogischen Kommunikationskontexten wie Unterricht, Beratung, Förderung und Therapie. Inhaltliche Schwerpunkte sind: Grundlagen für einen ökonomischen Stimmgebrauch, Funktionen des Sprechgestaltung in der interpersonellen Kommunikation, qualitative Analysen der sprachlichen und stimmlichen Handlungsmuster von LehrerInnen/TherapeutInnen und SchülerInnen/ Klienten und Konsequenzen für das eigene unterrichtliche/therapeutische Handeln.

    Im Rahmen der Praxisveranstaltung  (E3) werden Reflexivität der professionellen stimmlich-sprecherischen Gestaltung sowie deren pädagogisch-fördernder Einsatz im inklusiven Unterricht und in der Therapie entwickelt und erprobt. Dabei geht es sowohl um die Gestaltung und/oder die eventuelle Veränderung der eigenen Sprechweise und Ausdruckshaltung, als auch um die Vermittlung bewusster Methoden zur führenden Sprechgestaltung im Unterricht mit Schülern und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, die häufig ungestaltet in ihrer sprachlichen Selbstdarstellung sind. Da die Arbeit an der eigenen Sprechgestaltung ein seminarbegleitender Bestandteil sein wird, ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

  • Informationen für Lehrpersonen

    Es werden regelmäßig Fortbildungen für Lehrpersonen zur Prävention von Stimmstörungen und zum stimmsensiblen Unterricht angeboten.

  • Publikationen

    Miosga, C. (2006): Habitus der Prosodie - Die Bedeutung der Rekonstruktion von personalen Sprechstilen in pädagogischen Handlungsfeldern. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang.

    Miosga, C. (2011): Sprecherisch-stimmliche Reflexivität, Gestaltungsfähigkeit und Belastbarkeit - ein Beitrag zur Professionalisierung der Lehrerbildung? In: journal für lehrerinnen- und lehrerbildung, In: Heft 03/2011

    Miosga, C. (2014): „Diversity in speech“: LehrerInnenstimme(n) in der inklusiven Schule“. In: Sallat, S./ Spreer, M./ Glück, C.W. (Hrsg.):  Sprache professionell fördern: kompetent-vernetzt-innovativ.  Idstein: Schulz-Kirchner-Verlag, 228-237

ANSPRECHPARTNERIN

Christiane_Miosga Christiane_Miosga © Roland Schneider/Bilderraum Fotostudio
apl. Prof. Dr. Christiane Miosga
Professorinnen/Professoren
Sprechzeiten
Nach Vereinbarung per E-Mail
Adresse
Schloßwender Str. 1
30159 Hannover
Gebäude
Raum
019
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