Arbeitsfeld Sprachlich-Kulturelle Diversität

Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt sind im globalen Zeitalter alltägliche Erscheinungen, diese werden aber oft noch nicht als Normalität angesehen. Um die Bedingungen für eine mehrsprachige Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen im Kontext sprachlich-kultureller Diversität zu optimieren, muss die pädagogische und therapeutische Arbeit als ressourcenorientiertes Gesamtkompetenz verstanden werden.

Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt sind im globalen Zeitalter alltägliche Erscheinungen, diese werden aber oft noch nicht als Normalität angesehen. Um die Bedingungen für eine mehrsprachige Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen im Kontext sprachlich-kultureller Diversität zu optimieren, muss die pädagogische und therapeutische Arbeit als ressourcenorientiertes Gesamtkompetenz verstanden werden.

Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Mehrsprachigkeit und Translanguaging im Sinne des Einbeziehens des gesamten sprachlichen Repertoires
  • Migrationsgeschichten und Interkulturelle Identitäten
  • Fluchtgeschichten und sprachlich-kulturelle Bewältigungsstrategien
  • Mehrsprachige und interkulturelle Ressourcen von pädagogischen Fachkräften, Lehrkräften, logopädischen bzw. sprachtherapeutischen Fachkräften

Aktuelle Projekte im Arbeitsfeld Sprachlich-kulturelle Diversität

MULTIK – Translanguaging

  • Projekthintergrund und Ziele



    Mehrsprachiges Unterrichten mit Lerntechnologien und Künstlicher Intelligenz

    Im deutschsprachigen Raum hat sprachliche Diversität in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen: Rund 25 % der Kinder in Deutschland wachsen beim Schuleintritt mehrsprachig auf (Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung, 2024). Besonders die Integration von Kindern mit Fluchtgeschichte vor allem aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und der Ukraine (ebd.) unterstreicht die Notwendigkeit, Mehrsprachigkeit im Unterricht aktiv einzubeziehen. Die zunehmende sprachlich-kulturelle Diversität in Klassenzimmern fordert Lehrkräfte heraus, den vielfältigen Ausgangslagen gerecht zu werden. Wie kann jedoch Mehrsprachigkeit der Lerngruppen als besondere Ressource genutzt werden? Hierbei sind Translanguaging-Strategien geeignet, um das gesamtsprachliche Repertoire eines Kindes zu fördern (García, 2020) und Lernleistungen in den Unterrichtsfächern zu steigern (z. B. Hansen-Thomas et al., 2020). Dennoch gibt es noch kaum Erkenntnisse, welche Perspektiven und Einstellungen Kinder und Jugendliche dabei selbst einnehmen.

  • Leitung & Team

    Leitung & Team

    Leitung

    Dr. phil. Ulrich Stitzinger 

    Fachberatung

    Gianni Triantis, M.Ed., STR,  BBS-ME – Otto-Brenner-Schule der Region Hannover

    Stud. Hilfskräfte

    Laurenz Klein

    Luca Thiemann

  • Projektbeschreibung

    Im Rahmen leitfadengestützter Kinder-Interviews werden Schüler:innen hinsichtlich der Akzeptanz von Translanguaging befragt. Dazu werden spezielle Unterrichtsstunden durchgeführt, in denen die Lerngruppen nach dem Translanguaging-Ansatz alle ihre sprachlichen Ressourcen bei der Bewältigung der Aufgaben verwenden dürfen. Im Anschluss daran werden die Schüler:innen zu ihren Erfahrungen nach vier Kategorien interviewt:

    • Kognition
    • Sprache
    • Soziabilität
    • Emotionalität

    Das videografierte Interviewmaterial wird transkribiert und mit der Methode der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz & Rädiker (2024) ausgewertet. Damit soll die Fragestellung beantwortet werden, welche Perspektiven und Einstellungen Kinder und Jugendliche im Rahmen von Translanguaging zur Bearbeitung von Aufgabenstellungen im Unterricht einnehmen.

  • Informationen für Studierende

    Im Rahmen der Begleitforschung zum Projekt MULTIK besteht die Möglichkeit, Projekt- oder Abschlussarbeiten anzufertigen und sich auf diese Weise an der Forschung zu beteiligen.

    Bei Interesse oder weiteren Fragen wenden Sie sich gern an Dr. phil. Ulrich Stitzinger

    Projektabgebot für Studierende

     

     

MULTIK – Künstliche Intelligenz (KI)

  • Projekthintergrund und Ziele

     

     


    Mehrsprachiges Unterrichten mit Lerntechnologien und Künstlicher Intelligenz

    Die zunehmende sprachlich-kulturelle Diversität in Klassenzimmern fordert Lehrkräfte heraus, den heterogenen Ausgangslagen gerecht zu werden. Moderne Technologien, insbesondere Künstliche Intelligenz (KI), bieten Lehrkräften wertvolle Werkzeuge, um sprachliche Barrieren zu überwinden und die Potenziale der Mehrsprachigkeit in Schule und Unterricht zu fördern. KI-gestützte Tools ermöglichen es, Inhalte zu individualisieren und die Verständigung in sprachlich-kulturell diversen Klassenzimmern zu erleichtern. Forschungsergebnisse (z. B. He & Cardoso, 2021) zeigen, dass der Einsatz solcher Technologien in Kombination mit traditionellen Unterrichtsmethoden den Lernerfolg nachhaltig verbessern kann. Ziel des Projekts ist es, Lehr- und Lernkonzepte zu entwickeln, welche die Herausforderungen und Potenziale der Mehrsprachigkeit mit den Möglichkeiten moderner Technologien verknüpfen.

  • Leitung & Team

    Leitung & Team

    Leitung

    Dr. phil. Ulrich Stitzinger 

    Fachberatung

    Gianni Triantis, M.Ed., STR,  BBS-ME – Otto-Brenner-Schule der Region Hannover

    Stud. Hilfskräfte

    Laurenz Klein

    Luca Thiemann

  • Projektbeschreibung

    Innerhalb des Projektes werden geeignete Lehr-Lernmaterialien entwickelt, erprobt und reflektiert, welche die Erstellung mehrsprachiger Lernmaterialien, die automatisierte Analyse sprachlicher Fortschritte und die Förderung individueller Sprachkompetenzen optimal unterstützen (Meurers et al., 2019). Spezielle Theorie-Praxis Seminare in der Lehrkräftebildung im Lehramt für Gymnasien und Berufsschulen bereiten die Studierenden im Bereich der Schlüsselkompetenzen darauf vor, in ihrer späteren Lehrpraxis sprachlich-kulturelle Diversität zu berücksichtigen und digitale, KI-gestützte Hilfsmittel effektiv einzusetzen. Die angehenden Lehrkräfte werden dazu befähigt, ihre eigenen sprachlichen und kulturellen Wissens- und Handlungs-Lücken zu füllen und ihre Haltung gegenüber Mehrsprachigkeit und Interkulturalität zu reflektieren. Zusätzlich soll das Potenzial von Herkunftssprachen, die Schüler:innen mitbringen, im Unterricht nutzbar gemacht werden. Das Projekt vereint Theorie und Praxis, um die Lehr- und Studienqualität in fächerübergreifenden, sprachlich vielfältigen Kontexten zu fördern.

    Derzeit finden in der Hochschulambulanz regelmäßige „Round Table Sprache“ Austauschforen zur Mehrsprachigkeitsthematik mit Vertreter:innen aus sechs Förderschulen Schwerpunkt Sprache und drei inklusiven Regelschulen statt.

    Projekt-Webseite MULTIK

  • Informationen für Studierende

    Im Rahmen der Begleitforschung zum Projekt MULTIK besteht die Möglichkeit, Projekt- oder Abschlussarbeiten anzufertigen und sich auf diese Weise an der Forschung zu beteiligen.

    Bei Interesse oder weiteren Fragen wenden Sie sich gern an Dr. phil. Ulrich Stitzinger

     

     

HASEK – Erstsprachdiagnostik

  • Projekthintergrund und Ziele

     

     

    Handlungsorientiertes Screening der Erstsprachfähigkeiten von Kindern

    Mehrsprachigkeit gilt an sich nicht als Risikofaktor für Spracherwerbsprobleme und kann teilweise sogar bessere sprachliche Fähigkeiten begünstigen (Hopp et al., 2019). Allerdings manifestieren sich bei etwa 7 % aller Kinder genuine sprachliche Auffälligkeiten klinischer Natur (Norbury et al., 2016) als Sprachentwicklungsstörung (SES). Insbesondere wenn Mehrsprachigkeit und SES in Kombination auftreten, bleiben SES häufig unentdeckt, da oftmals Kenntnisse der Fachkräfte in den nichtdeutschen Sprachen der Kinder fehlen (Bedore et al., 2011; Scharff Rethfeld, 2020). Entsprechende Kenntnisse sind jedoch notwendig, um Einblicke in die gesamtsprachliche Entwicklung eines Kindes zu erhalten. Für viele Herkunftssprachen, wie z. B. für das Arabische, liegen nur wenige Forschungsergebnisse über die reguläre Sprachentwicklung und ihre Erwerbsschritte vor. So kann für einige Erstsprachen noch nicht differenziert beantwortet werden, welche sprachstrukturellen Phänomene im Vorschulalter erworben werden und welche essentiell sind (Scharff Rethfeldt, 2020).

  • Leitung & Team

    Leitung & Team

    Leitung

    Dr. phil. Ulrich Stitzinger 

    Fachberatung

    Chaima Mejri, Lehrkraft für Arabisch, GS Stammestraße, GS Fuhsestraße,  GS Theodor-Heuss-Schule, Hannover

    Stud. Hilfskräfte

    Laurenz Klein

    Luca Thiemann

  • Projektbeschreibung

    Im Projekt HASEK wird ermittelt, welche syntaktisch-morphologischen Strukturen für Kinder mit Arabisch als Erstsprache bis zum Schuleintritt als Meilensteine auftreten. Dazu wird ein handlungsorientiertes Verfahren zur Überprüfung von Erstsprachfähigkeiten von Kindern auf das Arabische übertragen und konkret an Kindern mit der Erstsprache Arabisch erprobt. Damit wird ferner überprüft, inwieweit mit dem Verfahren erworbene und noch nicht erworbene grammatische Fähigkeiten im Arabischen differenziert erfasst werden können.

    Die diagnostischen Erhebungen werden mit Kindern im Alter von 5 bis 9 Jahren in Kitas und Grundschulen im Rahmen von studentischen Projektarbeiten durchgeführt. Für das Überprüfungssetting wird das Handlungsmotiv „Zoo“ gewählt. Die Kinder werden mithilfe von Tierfiguren auf einem Spielfeld dazu motiviert, den Tieren bestimmte Anweisungen auf Arabisch zu geben. Damit werden die Kinder angeregt, spezifische grammatische Strukturen im Arabischen anzuwenden. Die Äußerungen der Kinder werden mit Tonaufnahmen festgehalten, später verschriftlicht und ausgewertet.

    Die Entwicklung des Verfahrens und die Auswertungsmethode erfolgt im Rahmen von Austauschforen in der Hochschulambulanz mit der Expertin für Arabisch, Frau Chaima Mejri.

    Projekt-Skizze

    Erste Ergebnisse

  • Informationen für Studierende

    Im Rahmen der Begleitforschung zum Projekt HASEK besteht die Möglichkeit, Projekt- oder Abschlussarbeiten anzufertigen und sich auf diese Weise an der Forschung zu beteiligen.

    Bei Interesse oder weiteren Fragen wenden Sie sich gern an Dr. phil. Ulrich Stitzinger

    Projektangebot für Studierende

Ansprechpartner

Ulrich_Stitzinger Ulrich_Stitzinger © Roland Schneider/Bilderraum Fotostudio
Dr. Ulrich Stitzinger
Lehrkräfte für besondere Aufgaben
Adresse
Schloßwender Straße 1
30159 Hannover
Gebäude
Raum
018
Ulrich_Stitzinger Ulrich_Stitzinger © Roland Schneider/Bilderraum Fotostudio
Dr. Ulrich Stitzinger
Lehrkräfte für besondere Aufgaben
Adresse
Schloßwender Straße 1
30159 Hannover
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Raum
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