Lehre

AUFBAU EINER SPRACHTHERAPEUTISCHEN LEHR-LERN-AMBULANZ

Die Abteilung Sprach-Pädagogik und -Therapie des Instituts für Sonderpädagogik baut mit der geförderten Maßnahme seit 01.01.2012 eine Sprachtherapeutische Lehr-Lern-Ambulanz auf, die für alle drei sonderpädagogischen Studiengänge eine Verknüpfung von Theorie und Praxis im Rahmen der universitären Lehre ermöglichen soll. Zu diesem Zweck wird die Ambulanz einerseits den Studierenden die Möglichkeit bieten, im Prozess der Diagnostik, Therapie und Beratung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen die in der Lehre vermittelten Inhalte mit wertvollen Praxisinhalten und -erfahrungen anzureichern. Andererseits entsteht eine universitäre Praxiseinrichtung, die ein Therapieangebot für die o.g. Patientinnen und Patienten vorhält. In Form von Hospitationen, Therapiedurchführungen unter Supervision sowie Fallbesprechungen wird den Studierenden des Bachelorstudiengangs Sonderpädagogik, des Masterstudiengangs Lehramt für Sonderpädagogik sowie des Masterstudiengangs Sonderpädagogik und Rehabilitationswissenschaften eine stringente Verknüpfung von Theorie und Praxis sowie eine optimale Vorbereitung auf den Berufseinstieg geboten. Die Ambulanz ist als eine eigenständige, vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zugelassene Sprachtherapeutische Praxis konzipiert, in der die Kosten für Behandlungen durch die Krankenkassen getragen werden, d.h. die Praxiseinrichtung finanziert sich nach ihrer Einrichtung eigenständig. Zu diesem Zweck sind Kooperationen mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), mit Kooperations-Praxen und anderen Institutionen (Kindergärten, Schulen etc.) aus Hannover und Umgebung sowie Beratungsangebote in inklusiven Kontexten für Lehrkräfte, Teams und Schulen aus dem Förderschwerpunkt Sprache geplant.


PREISE/AUSZEICHNUNGEN

2001

Sonderpreis  für das Lehr-Forschungs-Projekt „East-West-Dialogues in Special Education“ innerhalb des Berninghausen-Preis für ausgezeichnete Lehre und ihre Innovation der Universität Bremen (auf Vorschlag der Studierenden)


PREISE/AUSZEICHNUNGEN FÜR BETREUTE STUDENTISCHE ARBEITEN

2012

Marie Charlotte Bansner

Für ihre Masterarbeit „Die Relation von Emotion und Sprache im sprachpädagogischen und sprachtherapeutischen Kontext. Ein Beitrag zur Analyse von Emotionen in intersubjektiven Kommunikationsprozessen anhand videographischer Mikrosequenzanalysen“ erhält Marie Charlotte Bansner den Förderpreis 2012 der Victor Rizkallah-Stiftung.

2008

Judith Levy

„Identität und Sprache – Förderzielbestimmung im Rahmen der Relationalen Didaktik“. Veröffentlichung in der Schriftenreihe des Institutes für Rehabilitationswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

2007

Kirsten Kallmeyer

„Vorschulische Maßnahmen zur Sprachstandserhebung und Sprachförderung in den deutschen Bundesländern: Wissenschaftliche Vorschläge zur Optimierung bildungspolitischer Initiativen." Veröffentlichung in der Schriftenreihe des Institutes für Rehabilitationswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.

2004

Eva Ojeda

„Sprach-, Sprech- und Kommunikationsstörungen im Alter – Besonderheiten der Sprachtherapie mit älteren Menschen“

dbs-Förderpreis


LEHRPROFIL SPRACH-PÄDAGOGIK UND -THERAPIE (ENGLISCH KURSIV)

  • Leibniz Universität Hannover (seit WS 09/10)
    (Lehrveranstaltungen im B.A. Sonderpädagogik/Profil ‚Sprache und Kommunikation’, im M.A. Sonderpädagogik und Rehabilitationswissenschaften/Studienschwerpunkt ‚Sprach- und Kommunikationstherapie’ (SKT) und im M.Ed. Lehramt für Sonderpädagogik/Pädagogik bei Beeinträchtigungen der Sprache und des Sprechens (Förderschwerpunkt Sprache) )
  • Universität Rostock (WS 08/09 – SS 09)
  • Sebastian Kolowa University (SEKUCo), Tanzania (since WS 08)
  • Université X Paris Nanterre (SS 08)
  • Humboldt-Universität zu Berlin (WS 04/05 - WS 07/08)
  • Universität Bremen (SS 1999 – SS 08)
  • Universität zu Köln (SS 1998 - 2001)

 

I. Wissenschaftliche Grundlagen

  • Einführung in die Pädagogiken bei Beeinträchtigungen der Entwicklung (Fachrichtungen)
  • Einführung in die Sprachbehindertenpädagogik
  • Introduction to Speech and Language
  • Sprache lernen - Spracherwerb, Heterogenität, und Lebenswelt
  • The Interplay between Language, Cognition and Emotion
  • Grundlagen der Linguistik und Semiotik
  • Grundlagen der Phonetik und Phonologie
  • Theories of Language Development and its Disorders
  • Sprachliche Heterogenität bei Kindern und Jugendlichen – Interdisziplinäre Grundlagen der Sprachförderung
  • Linguistik, Neurolinguistik und Neurowissenschaften als Grundlage der Sprachförderung
  • Schnittstellen der frühen emotionalen und kommunikativ-sprachlichen Entwicklung aus interdisziplinärer Sicht

 

II. Forschung

  • Forschungsmethodik
  • Forschungsarbeiten in der Sprachbehindertenpädagogik
  • Leib, Emotion und Sprache (Forschungsprojekt)
  • Die emotionale Dimension der Sprachtherapie (Forschungsprojektes)
  • Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten (projektbezogen)
  • Auswertung und Ergebnispräsentation des Projektes
  • DoktorandInnenkolloquium

 

III. Internationalisierung

  • Internationale Perspektiven in Sprach-Pädagogik und -Therapie: Begriffsbildung Diagnostik – Förderung
  • Internationale Perspektiven: Hochschulzusammenarbeit im Bereich „Inclusive Education - Speech and Language Pedagogy and Therapy“

 

IV. Diagnostik bei sprachlichen Beeinträchtigungen

  • Grundlagen der sonderpädagogischen Diagnostik
  • Assessment of Speech and Language Disorders
  • Diagnostik bei spezifischen Sprachentwicklungsstörungen (SSES)

 

V. Förderung und Therapie bei sprachlicher Heterogenität

  • Introduction to Speech and Language Disorders
  • Inclusive Education
  • spezifische Sprachentwicklungsstörungen (SSES)
  • Phonetisch-phonologische Entwicklungsstörungen
  • Mutismus – Warum schweigen Kinder?
  • Zentrale Sprachstörungen: Aphasie, Dysarthrie, Dyslexie, Dysgraphie, Sprechapraxie, Auditive Agnosie
  • Developmental Speech and Language Disorders
  • Organic Speech and Language Disorders
  • Aphasie I: Theorie
  • Aphasie II: Übungen zur Aphasietherapie
  • Laryngektomie

 

VI. Sprachdidaktik/-Methodik

  • Unterrichtsmodelle im Förderschwerpunkt Sprache
  • Relationale Didaktik im Förderschwerpunkt Sprache: Theoriebildungen – Planungsmodelle –  Methodenreflexion: Didaktisches Hauptseminar
  • Therapeutisch-Didaktische Grundprinzipien im Anfangsunterricht der Schule für Sprachbehinderte
  • Interdisziplinäre Methodik der Sprachförderung: Grundprinzipien von Therapie und Unterricht
  • Clinical Methods
  • Einführung in den Sprachtherapeutischen Unterricht: Kontakt – Resonanz – Synergie
  • Sprachentwicklung und Emotive Sprachentwicklungsförderung
  • Emotionale Regulationskompetenz in sprachdidaktischen Kontexten
  • Grundprinzipien der Sprachtherapie I: Mehrdimensionalität
  • Grundprinzipien der Sprachtherapie II: Zusammenarbeit
  • Grundprinzipien der Sprachtherapie III: Modelle psychomotorisch orientierter Sprachentwicklungsförderung
  • Grundprinzipien der Sprachtherapie IV: Spiel
  • Konzentrative, imaginative und entspannende Verfahren in der sprachheilpädagogischen Förderung: Voraussetzungen – Adaptation – Wirksamkeit

 

VII. Beratung, Qualitätsentwicklung und Professionalisierung

  • Kollegiale Fallberatung (in Koop. Mit Studienseminar für Sonderpädagogik Duisburg)
  • Professionalisierung durch sprachheilpädagogische Kompetenzprofile.
  • Identitätsorientierte Qualitätsentwicklung im Übergang vom Studium zum Beruf
  • Theorie- Praxis-Transfer in der Sprachbehindertenpädagogik: Kollegiale Supervision

 

VIII. Interkulturelle Kompetenz

  • Sonderpädagogik im internationalen Vergleich.
  • Vorbereitung und Durchführung einer einmonatigen Exkursion nach Indien: East-West Dialogues in Special Education (DAAD-Drittmittelprojekt)
  • Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten: Interkulturelle Aspekte der Sprachbehindertenpädagogik