Seit mehr als 20 Jahren veranstaltet die Hochschulambulanz des Instituts für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover ein Sommercamp für Jugendliche und junge Erwachsene, die stottern. Das zehntägige Intensivangebot verbindet therapeutische Arbeit, gruppendynamisches Lernen und wissenschaftliche Begleitung. Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit und das Selbstvertrauen der Teilnehmenden nachhaltig zu stärken. Es schafft einen geschützten Raum, in dem unter dem Motto „voneinander lernen – miteinander lernen“ neue Perspektiven für Berufs- und Privatleben entstehen und häufig nachhaltige Freundschaften geknüpft werden.
Stottern erschwert Betroffenen häufig die soziale Teilhabe. In einer Zeit beschleunigter Kommunikation und steigenden Sprechtempos, insbesondere in sozialen Medien, verstärken sich diese Herausforderungen zusätzlich. „Stottern stellt in der Interaktion ein Timingproblem dar und kann zu Unsicherheit, Vermeidung und Rückzug führen“, heißt es aus dem Organisationsteam.
Das Camp bietet nach Angaben der Veranstalter einen geschützten Raum, in dem neue Ausdrucksformen erprobt werden können. Zum therapeutischen Konzept gehören theaterpädagogische Elemente, Peer-Beratung sowie Tandemarbeit zwischen Studierenden und Teilnehmenden. Grundlage ist ein am Institut entwickeltes mehrdimensionales Therapiesystem für Sprech- und Kommunikationsstörungen wie Stottern und Mutismus ab dem Jugendalter, das Körperarbeit, Atmung, Emotion, Stimme und Rollenspiel miteinander verbindet, um defensive Kommunikationshaltungen zu überwinden und ein authentisches Ausdrucksvermögen zu fördern.
Begleitet wird das Camp von einem erfahrenen Therapeut*innenteam und Masterstudierenden der Sprachpädagogik und -Therapie, die dort praktische Erfahrungen sammeln und im Rahmen von Forschungsprojekten unter anderem die sprecherische Entwicklung der Teilnehmenden untersuchen.
Eingeladen sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14- 30 Jahren, die ihre Kommunikationsfähigkeiten stärken, neue Ausdrucksmöglichkeiten entdecken und in einer unterstützenden Gemeinschaft wachsen möchten.
Das diesjährige Sommercamp findet vom 3.7. bis 12.7.2026 in Niedersachsen statt. Anmeldungen sind noch möglich.
Kontaktmöglichkeit:
Jana Pflughoft, jana.pflughoft@ifs.uni-hannover.de, 0511-76219748