Sarah Bogorinsky

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (in Ausbildung)

1. Welcher beruflichen Tätigkeit gehst Du aktuell wo nach? Kannst Du einen Einblick in deine Aufgaben(-bereiche) geben?

Ich bin analytische/tiefenpsychologisch fundierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Ausbildung. In diesem Rahmen behandle ich Kinder und Jugendliche, die therapeutische Unterstützung benötigen. Die Therapien finden im Einzel- und im Gruppensetting statt. Da ich noch in Ausbildung bin, besuche ich außerdem entsprechende Seminare an meinem Lehrinstitut, dem Winnicott-Institut hier in Hannover. Außerdem arbeite ich seit zwei Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sonderpädagogik und gebe Seminare, in denen ich auch eine Idee von psychoanalytischem Denken vermitteln möchte und betreue beispielsweise Abschlussarbeiten.

2. Du hast den Masterstudiengang Sonderpädagogik und Rehabilitationswissenschaften mit dem Studienschwerpunkt Lernförderung und Erziehungshilfe an der Leibniz Universität Hannover studiert. Warum hast du dich für diesen Masterstudiengang als konsekutiven Studiengang zu  deinem Bachelor entschieden?

Ich wusste bereits während des Bachelorstudiums, dass ich die Ausbildung zur Psychotherapeutin machen möchte. Normalerweise braucht man dafür auch ein abgeschlossenes Masterstudium, aber durch das Hannoversche Modell am Winnicott-Institut konnte ich die Ausbildung schon nach meinem Sonderpädagogik-Bachelor anfangen. Für den Master habe ich mich trotzdem entschieden, um meine pädagogische Ausbildung zu vertiefen und meine Arbeitsmarktchancen zu erhöhen und mich auch abzusichern. Gerade wenn man im akademisch-wissenschaftlichen Bereich arbeiten möchte, ist ein Masterabschluss in der Regel Voraussetzung.

3. Welche Studieninhalte haben dich während des Studiums besonders begleitet oder besonders angesprochen/geprägt?

Ich habe den Master für mich genutzt, um mich in der Theorienlandschaft zu orientieren und meine Bezugstheorie zu finden. Für mich waren daher die psychoanalytisch geprägten Inhalte immer besonders wichtig. Wobei die im Masterstudium vergleichsweise zur jetzigen Ausbildung weniger enthalten sind. Mit den psychoanalytischen Studieninhalten verbinde ich auch vor allem einzelne Lehrende, die mich da begleitet und geprägt haben. Auch durch verschiedene Seminare ist mir klar geworden, wie wichtig eine Sinn-verstehende und suchende Haltung in der Pädagogik für mich ist.

4. Hast du schon vor oder während des Studiums eine Vorstellung über deinen weiteren beruflichen Werdegang nach dem Studium gehabt? Und wie lief der Übergang vom Studium in den Beruf bei dir ab?

Den Wunsch und das Vorhaben, Therapeutin zu werden, hatte ich schon lange und habe mich dann ja auch nach dem Bachelor direkt für einen Ausbildungsplatz beworben. Mein Übergang ins Berufsleben war daher relativ fließend, da ich die Ausbildung dann schon parallel zu meinem Masterstudium begonnen habe. So hatte ich persönlich da eigentlich keine Schwierigkeiten, nach dem Studium in den Beruf zu kommen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das Vielen, die diesen Masterstudiengang machen (wollen), Sorge bereitet: Was kommt danach? Das sehe ich aber gleichzeitig auch als eine Stärke des Studiengangs, dass man eben für viele Tätigkeitsbereiche qualifiziert ist und nicht auf einen beschränkt ist.

5. Was würdest du Studieninteressierten und Studierenden des Masterstudiengangs gerne mitgeben?

Ich denke, dass es wichtig ist, dass man sich auch mit sich selbst auseinandersetzt und damit, wie man sich theoretisch positioniert. Ich denke, dass man sich während des Studiums eine pädagogische Haltung aneignen sollte, über die man dann auch eine pädagogische Professionalität entwickeln kann. Es braucht schon Eigeninitiative, um seine Bezugstheorie und die eigenen Interessen und Schwerpunkte herauszufinden, aber es lohnt sich, auch, um sich in diesen vielen Möglichkeiten, die der Studiengang (an)bietet, zu orientieren. Auch für die spätere Praxis finde ich eine bestimmte Haltung wichtig, da diese einem auch in schwierigen Situation Handlungsfähigkeit bietet.