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Forschungsschwerpunkt 3 - Frühkindliche Bildung

Frühkindliche Bildung

Im Zugang zu Fragestellungen des Aufwachsens von Kindern im Vorschulalter werden pädagogische, soziologische, psychologische und sozialmedizinische Theoriemodelle unter Beachtung sozialisationstheoretischer Erkenntnisse verknüpft, um zu einem mehrperspektivischen, interdisziplinären Verständnis frühkindlicher Bildungs- und Entwicklungsprozesse in Institutionen und Familien zu gelangen. Berücksichtigung finden dabei insbesondere Aspekte sozialer Ungleichheit, Heterogenität und Differenz in ihrer Konsequenz für eine Didaktik und Pädagogik der frühen Kindheit. Ein spezieller Fokus richtet sich auf die Transitionsphase vom Kindergarten zur Schule.

Laufende Projekte

Early Excellence in Deutschland II: Entwicklung und Implementation einer Good-Practice-Version der ressourcenorientierten Beobachtungssystematik des Early Excellence-Ansatzes in Deutschland

  • Projektbeschreibung

    Das Forschungsprojekt (Laufzeit: 01/22-12/24) verfolgt das Ziel, eine Good-Practice-Version der ressourcenorientierte Beobachtungssystematik auf Basis der Ergebnisse der Vorläuferstudie „Early Excellence in Deutschland: Analyse der Anwendungspraxis der ressourcenorientierten Beobachtung“ zu entwickeln. Die Ergebnisse der Vorläuferstudie wurden bereits auf einer Fachtagung im Mai 2022 vorgestellt und in Gruppendiskussionen mit Vertreter*innen des bundesweiten EE-Netzwerkes reflektiert. Auf Basis der Auswertung der Gruppendiskussionen wird aktuell in enger Abstimmung mit allen Akteurs-Ebenen des bundesweiten EE-Netzwerkes eine Good-Practice-Version erarbeitet, die in der Praxis pilotiert und nach erneuter Überarbeitung in Form eines Manuals veröffentlicht werden soll. Mit diesem Vorhaben ist das Ziel verbunden, die positiven Aspekte der regionalen Ausdifferenzierungen des Early Excellence-Beobachtungsverfahrens in einer Version zu vereinen und im Sinne der Qualitätssicherung, eine Form der Standardisierung des inhaltlichen Aufbaus und der Umsetzung des Verfahrens einzuführen.

     

    Gefördert durch: Heinz und Heide Dürr Stiftung und der Landeshauptstadt Hannover (LHH)

     

    Projektteam

    Dr. Michael Lichtblau (LUH) & Andreas Schenk (LHH)

    Kathrin Hormann (LUH), Lisa Disep (LUH) & Claudia Possekel (LHH)

  • Veröffentlichungen

    Publikationen und Vorträge folgen in Kürze.

Abgeschlossene Projekte

KoAkiK II: Nachhaltige Implementation und differenzielle Wirksamkeit des Weiterqualifizierungskonzeptes "KoAkiK - Kognitive Aktivierung in inklusiven Kitas"

  • Projektbeschreibung

    Verbundprojekt der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Weiterqualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte im Bereich der alltagsintegrierten kognitiven Aktivierung in Fachkraft-Kind-Interaktionen. 

    Projektleitung

    Prof. Dr. Katja Mackowiak,  Prof. Dr. Claudia Schomaker, Prof. Dr. Rolf Werning, Dr. Michael Lichtblau, Dr. Heike Wadepohl (alle LUH),  Prof. Dr. Ulla Walter (MHH)

    Laufzeit

    01/2019 - 12/2021

    Förderung

    Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur 

    Weitere Informationen finden sie hier.

  • Veröffentlichungen

    2021

    Mackowiak, K.; Wadepohl, H. & Beckerle, C. (Hrsg.) (2021). Interaktionen im Kita-Alltag gestalten – Grundlagen und Anregungen für die Praxis. Stuttgart: Kohlhammer. 

    Mackowiak, K.; Mai, M.; Wadepohl, H.; Bethke, C.; Keller, L.; Linck, S. & Johannsen, T. (2021). Lernunterstützung in dyadischen Fachkraft-Kind-Interaktionen mit Kindern aus sozial (nicht) benachteiligten Familien – ausgewählte Ergebnisse aus den KoAkiK-Projekten. In C. Bätge & P. Cloos (Hrsg.), Inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit. Empirische Perspektiven und multidisziplinäre Zugänge (S. 266-283). Weinheim: Beltz. 

    Wadepohl, H. & Hormann, K. (2021). Nachhaltige Implementierung einer Weiterqualifizierungsmaßnahme am Beispiel des KoAkiK-Konzepts zur Förderung kognitiv anregender Fachkraft-Kind-Interaktionen im Kita-Alltag. In 0. Bilgi, G. Blaschke-Nacak, J. Durand, T. Schmidt, U. Stenger & C. Stieve (Hrsg.), „Qualität“ revi-sited. Theoretische und empirische Perspektiven in der Pädagogik der frühen Kindheit (S. 232-250). Weinheim: Beltz Juventa.

    2020

    Mackowiak, K.; Kula, A., Brunemund, L. & Walter, U. (2020). Förderung sozial-kognitiver Problemlösestrategien von Vorschulkindern. Erste Ergebnisse des Verbundprojektes KoAkiK. Frühe Bildung, 8(3), S. 110-117.

    Rothe, A., Disep, L., Lichtblau, M. & Werning, R. (2020/i.E.). Child at risk? Interaction at risk? Eine mikroanalytische Rekonstruktion von Teilhabeprozessen in Fachkraft-Kind-Interaktionen im Zusammenhang mit alltagsintegrierter Unterstützung. Frühe Bildung, 9(4).

    Rothe, A., Wadepohl, H., Disep, L., Mai, M., Bethke, C., Feesche, J., Hormann, K., & Kula, A. (2020). ‚A dialectic stance‘: Möglichkeiten von Mixed-Methods-Designs zur Erfassung von Professionalität– anhand videografischer Zugänge zu lernunterstützenden Fachkraft-Kind-Interaktionen. In B. Bloch, L. Kluge, H. M. Tran & K. Zehbe (Hrsg.), Pädagogik der frühen Kindheit im Wandel. Gegenwärtige Herausforderungen und Wirklichkeiten (S. 130-147). Weinheim: Beltz Juventa.

Early Excellence in Deutschland I: Analyse der Anwendungspraxis der ressourcenorientierten Beobachtungssystematik in Hannover und im Bundesvergleich

  • Projektbeschreibung

    Im Rahmen des Forschungsprojektes „Early Excellence in Deutschland“ wird die aktuelle Anwendungspraxis der ressourcenorientierten Beobachtungssystematik, die auf dem Early Excellence-Ansatz aufbaut, in verschiedenen Modellregionen vertieft analysiert. In einer ersten Phase werden dazu in vier Familienzentren der Landeshauptstadt Hannover Hospitationen der einzelnen Verfahrensschritte vorgenommen und anschließend leitfadengestützte Interviews mit den Kindern, den Eltern, den pädagogischen Fachkräften und Leitungskräften sowie Gruppendiskussionen auf Teamebene der Einrichtungen durchgeführt. In einer zweiten Phase erfolgen diese Erhebungen dann auch an sechs ausgewählten Standorten in Berlin, Frankfurt und Stuttgart auf Bundesebene. Die dritte und letzte Phase des Forschungsprozesses bezieht die Perspektiven der bundesweiten EE-Projektleitung, regionalen EE-Koordinator*innen und Fortbildungsleitungen mit ein und reflektiert mit ihnen die Ergebnisse der Erhebungsphasen in den Einrichtungen.

    Das Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Bestandsaufnahme von Perspektiven auf die aktuelle Anwendungspraxis des ressourcenorientierten Beobachtungsverfahrens des Early Excellence-Ansatzes im Bundesvergleich. Auf Basis dieser Ergebnisse soll ein fachlicher Austausch über Gelingensbedingungen und Hemmnisse sowie Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Verfahrens und darauf bezogene Qualifizierungsangebote angeregt werden.

    Forschungsfragen:

    1. Projektphase: Erhebung in Hannover

    • Wie wird die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik im Kita-Alltag angewendet?
    • Wie wird die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen?

    2. Projektphase: Bundesweite Erhebung

    • Wie wird die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen?
    • Wie relationieren sich die Ergebnisse zwischen den jeweiligen Standorten? 

    3. Projektphase: Reflexion mit EE-Expert*innen

    • Wie konstruieren die EE-Expert*innen die Anwendung der ressourcenorientierten Beobachtungssystematik?
    • Wie beurteilen Sie die Kern-Ergebnisse aus Hannover und im Bundesvergleich?

    Welche zukünftigen Entwicklungsperspektiven werden daraus abgeleitet?

    Gefördert durch: Heinz und Heide Dürr Stiftung und der Landeshauptstadt Hannover

    Projektteam: Dr. Michael Lichtblau (LUH) & Andreas Schenk (LHH) (Projektleitung), Magdalena Hartmann (LUH) (Projektkoordination), Lisa Disep (LUH), Claudia Possekel (LHH)

    Laufzeit: 10/2019 - 09/2021

    Kontakt: Magdalena Hartmann

     

  • Veröffentlichungen

    Lichtblau, M. / Hartmann, M. / Schenk, A. (2020): Kooperative Beobachtung und Förderung kindlicher Interessen im Kontext des Early Excellence-Ansatzes im Übergang Kita-Schule. In: Frühe Bildung 9, 3, S. 118–125.

    Lichtblau, M. / Hartmann, M. (2017): Implementation eines inklusiven und interessenbasierten Übergangskonzeptes Kita-Schule im Kontext des Early-Excellence-Ansatzes. In: Schmitt, A. / Sterdt, E. / Fischer, L. (Hrsg.): Empirisches Arbeiten in der Frühpädagogik im Kontext des evidenzbasierten Ansatzes. Ein Tagungsbericht. Köln: Wolters Kluwer, S. 33-46.

    Hartmann, M. / Lichtblau, M. (2017): Keine Inklusion ohne Kooperation. Kooperative Gestaltung des Übergangs von Familienzentren und Schulen der Stadt Hannover im Kontext des Early-Excellence-Ansatzes. In: Lütje-Klose, B. / Boger, M.-A, / Hopmann, B. / Neumann, P. (Hrsg.): Leistung inklusive? Inklusion in der Leistungsgesellschaft. Band I: Menschenrechtliche, sozialtheoretische und professionsbezogene Perspektiven. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 178-186.

KoAkik I: Alltagsintegrierte Unterstützung kindlicher Bildungsprozesse in der inklusiven Kindertageseinrichtung

  • Projektbeschreibung

    Verbundprojekt der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit einer Fördersumme von 1.300.000 €. Weiterqualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte im Bereich der alltagsintegrierten kognitiven Aktivierung in Fachkraft-Kind-Interaktionen.

    Projektleitungen:

    Teilprojekt 1 (LUH): Prof. Dr. Katja Mackowiak  
    Teilprojekt 2 (LUH): Prof. Dr. Rolf WerningProf. Dr. Claudia Schomaker & Dr. Michael Lichtblau  
    Teilprojekt 3 (MHH): Prof. Dr. Ulla Walter & Dr. Sebastian Liersch

    Laufzeit: 

    04/2017 - 03/2020

    Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Veröffentlichungen

    2021

    Mackowiak, K.; Wadepohl, H. & Beckerle, C. (Hrsg.) (2021). Interaktionen im Kita-Alltag gestalten – Grundlagen und Anregungen für die Praxis. Stuttgart: Kohlhammer.

    Mackowiak, K.; Mai, M.; Wadepohl, H.; Bethke, C.; Keller, L.; Linck, S. & Johannsen, T. (2021). Lernunterstützung in dyadischen Fachkraft-Kind-Interaktionen mit Kindern aus sozial (nicht) benachteiligten Familien – ausgewählte Ergebnisse aus den KoAkiK-Projekten. In C. Bätge & P. Cloos (Hrsg.), Inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit. Empirische Perspektiven und multidisziplinäre Zugänge (S. 266-283). Weinheim: Beltz.

    Wadepohl, H. & Hormann, K. (2021). Nachhaltige Implementierung einer Weiterqualifizierungsmaßnahme am Beispiel des KoAkiK-Konzepts zur Förderung kognitiv anregender Fachkraft-Kind-Interaktionen im Kita-Alltag. In 0. Bilgi, G. Blaschke-Nacak, J. Durand, T. Schmidt, U. Stenger & C. Stieve (Hrsg.), „Qualität“ revi-sited. Theoretische und empirische Perspektiven in der Pädagogik der frühen Kindheit (S. 232-250). Weinheim: Beltz Juventa.

    2020

    Mackowiak, K.; Kula, A., Brunemund, L. & Walter, U. (2020). Förderung sozial-kognitiver Problemlösestrategien von Vorschulkindern. Erste Ergebnisse des Verbundprojektes KoAkiK. Frühe Bildung, 8(3), S. 110-117.

    Rothe, A., Disep, L., Lichtblau, M. & Werning, R. (2020/i.E.). Child at risk? Interaction at risk? Eine mikroanalytische Rekonstruktion von Teilhabeprozessen in Fachkraft-Kind-Interaktionen im Zusammenhang mit alltagsintegrierter Unterstützung. Frühe Bildung, 9(4).

    Rothe, A., Wadepohl, H., Disep, L., Mai, M., Bethke, C., Feesche, J., Hormann, K., & Kula, A. (2020). ‚A dialectic stance‘: Möglichkeiten von Mixed-Methods-Designs zur Erfassung von Professionalität– anhand videografischer Zugänge zu lernunterstützenden Fachkraft-Kind-Interaktionen. In B. Bloch, L. Kluge, H. M. Tran & K. Zehbe (Hrsg.), Pädagogik der frühen Kindheit im Wandel. Gegenwärtige Herausforderungen und Wirklichkeiten (S. 130-147). Weinheim: Beltz Juventa.

Drittmittelprojekt (MWK/nifbe): Interessenentwicklung von Kindern aus soziokulturell benachteiligten Familien im Übergang vom Kindergarten zur Grundschule

  • Projektbeschreibung

    Im Verlauf der kindlichen Entwicklung im Vorschulalter ist die Aufmerksamkeit der Kinder immer dauerhafter auf bestimmte Themenbereiche, Motive und damit verbundene Handlungen bezogen. Individuelle Interessen z.B. für technische Gegenstände oder Tiere, für Sport oder Musik entstehen und beeinflussen die Aneignung von Welt. Sie motivieren und organisieren die Suchbewegungen der Kinder und verändern, entwickeln und erweitern sich analog zu den kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Der sozialen Umwelt in der das Kind aufwächst, kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Interessen entstehen, aktualisieren und erweitern sich immer eingebettet in soziale Systeme. Ziel des Forschungsprojektes Interessenentwicklung ist es, diese Prozesse zu dokumentieren, zu analysieren und die Erkenntnisse über kindliche Interessenentwicklung zu erweitern.

    Bei dem Forschungsprojekt handelt es sich um eine Längsschnittuntersuchung in dessen Rahmen die individuellen Interessenentwicklungsverläufe von 12 Kindern aus soziokulturell benachteiligten Familien im letzten Kindergartenjahr und im Übergang zur Grundschule untersucht werden. Fokussiert werden sozioökonomische und migrationsspezifische Differenzen und deren Einflüsse auf die Interessen und Interessenentwicklungsverläufe. Die Stichprobe setzt sich zu gleichen Teilen aus Mädchen und Jungen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen.

    Theoretische Grundlagen des Forschungsprojektes

    Die theoretische Untersuchungsgrundlage bilden die Person-Gegenstands-Theorie des Interesses (Krapp, 1992, 2002; Prenzel, Krapp & Schiefele, 1986) und die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1991, 1993). Das Forschungsdesign berücksichtigt die verschiedenen Lebensumfelder Familie, Kindergarten und Schule gezielt und basiert  auf dem ökosystemischen Entwicklungsmodell von Bronfenbrenner (1981) und speziell auf dem daraus abgeleiteten Ecological Model of Transition (Rimm-Kaufman & Pianta, 2000).

    Methoden

    • Themenzentrierte Interviews mit Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen
    • Themenzentrierte Kinderinterviews
    • Hospitationen und videografische Beobachtungen in Kindergarten, Schule und Elternhaus
    • Standardisierte Testverfahren zur Stichprobenbeschreibung (WISC-IV, SDQ, KES-R, EFÜ-G)

    Datenauswertung

    Die Auswertung erfolgte anhand einer theorieorientierten Analyse der Datensätze. Nach der Kodierung der Interviews (N=117) wurden zunächst einzelfallbezogene Interessenentwicklungsprofile als individuelle Fallbeschreibungen angefertigt. Weiterführend konzentrierte sich die Analyse dann unter fallvergleichender Perspektive auf die individuellen Interessenentwicklungsverläufe der Kinder, auf die Relationen der mikrosystemischen Lebensbedingungen und Konstruktionen zu den Interessen sowie deren Unterstützungsfunktion für die Interessenentwicklung der Kinder.

    Ziele des Forschungsprojektes

    Ziel dieses Forschungsvorhabens war es aus Sicht der Interessentheorie, Erkenntnisse über Einflussvariablen der mikrosystemischen Konfigurationen infolge soziokultureller Benachteiligung auf die kindliche Interessenentwicklung zu erweitern. Unter anwendungsbezogener Perspektive sollten Möglichkeiten gezielter Förderung der Interessen von Kindern aus belasteten Lebensverhältnissen identifiziert und im Sinne der Resilienzförderung nutzbar gemacht werden.

    Ergebnisse des Projektes (Kurzdarstellung)

    Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass bereits im Vorschulalter individuelle und erstaunlich komplexe Interessen ausgebildet sein können. Entsprechend komplexe Interessen wurden von Kindern des Projektes über den gesamten Projektzeitraum weiterentwickelt. Ebenso gab es aber auch Kinder, die durch weniger klar umrissene Interessen auffielen, sogenannte fragmantarische Interessen. Diese Kinder wechselten häufig ihre Beschäftigungen und zeichneten sich durch geringe Aufmerksamkeitsspannen aus. Während die Kinder mit komplexen Interessen aus soziokulturell gering belasteten Familien stammten und in sehr unterstützenden Bedingungen aufwuchsen, kamen Kinder mit fragmentarischen Interessen aus soziokulturell hoch belasteten Familien. Aufgrund individueller Stressoren konnte in diesen Familien weniger konkret auf die Interessen der Kinder eingegangen werden. Diese fehlende Förderung wurde von den betroffenen Familien gezielt reflektiert. Speziell für Kinder aus hochbelasteten Verhältnissen besaß der Kindergarten eine Kompensationsfunktion. In den von uns untersuchten Kindergärten fanden die Kinder gute Bedingungen, um ihre Interessen allein und auch gemeinsam mit anderen Kindern ausleben und entwickeln zu können. Dies in den ausgedehnten Freispielphasen oder auch im Kontext konkreter Angebote zu ihren Interessen. Dabei konnten die Interessenhandlungen der Kinder in vier Kategorien (naturwissenschaftlich-technisch, künstlerisch-kreativ, motorisch und sozial) unterteitelt werden. Im Übergang zur Schule endet dann diese institutionelle Unterstützung der Interessenentwicklung. Erkenntnisse zu den Interessen der Kinder als individuelle Ressource werden nicht zwischen den Einrichtungen transferiert. In der Schule bleiben die Interessen weitgehend unberücksichtigt und die Kinder nutzen die Pausen und die seltenen Freispielphase, um ihren Interessen nachzugehen. Die geringe Beachtung der Interessen in der Schule wurde von den Lehrkräften mit dem Zwang die curricularen Vorgaben zu erfüllen erklärt bzw. damit, alle Kinder zunächst in etwa auf einen ähnlichen Leistungsstand in den schulischen Grundfertigkeiten (Lesen, Schreiben, Rechnen) bringen zu müssen. Somit blieben kindliche Interessen als eine wichtige Ressource zur Gestaltung der Transitionspahse vom Kindergarten zur Schule sowie als Ansatzpunkt schulischer Förderung bisher ungenutzt. - Nähere Informationen zu den Ergebnissen siehe Publikationen des Projektes. 

    Literatur:

    Bronfenbrenner, U. (1981). Die Ökologie der menschlichen Entwicklung: Natürliche und geplante Experimente. Stuttgart: Klett-Cotta.

    Deci, E. L. &. Ryan, R. M. (1991). A motivational approach to self: Integration in personality. In R. Dienstbier (Ed.), Nebraska Symposium on Motivation. Vol. 38: Perspectives on motivation (1-56). Lincoln, NE: University of Nebraska Press.

    Deci, E. L. &. Ryan, R. M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39(2), 223–238.

    Krapp, A. (1992). Interesse, Lernen und Leistung: Neue Forschungsansätze in der Pädagogischen Psychologie. Zeitschrift für Pädagogik, 38, 747-770.

    Krapp, A. (2002). Structural and dynamic aspects of interest development: Theoretical considerations from an ontogenetic perspective. Learning and Instruction, 12, 383-409.

    Prenzel, M., Krapp, A. & Schiefele, H. (1986). Grundzüge einer pädagogischen Interessentheorie. Zeitschrift für Pädagogik, 32 (2), 163-173.

    Rimm-Kaufmann, S. E. & Pianta, R. C. (2000). An ecological perspective on the transition to kindergarten: A theoretical framework to guide empirical research. Journal of Applied Developmental Psychology, 21 (5), 491-511.

     

    Projektleitung

    Prof. Dr. Rolf Werning 

    Projektmitarbeiter

    Dipl.-Psych. Michael Lichtblau (Projektkoordination) 

    Dipl.-Sozialwiss. Sören Thoms 

    Fatma Usanmaz M.A. 

    Studentische/wissenschaftliche Hilfskräfte

    Jens Beuker M.A.

    Annika Gieschen B.A.

    Thorben Lahtz B.A.

    Laura Krohn

    Lena Voß B.A.

    Kontakt:

    Dr. Michael Lichtblau

    Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie unter folgenden Links:

  • Veröffentlichungen

    Publikationen

    Lichtblau, M. (angenommen). Familiäre Unterstützung der kindlichen Interessenentwicklung in der Transition vom Kindergarten zur Schule. Zeitschrift Frühe Bildung.

    Lichtblau, M. (im Druck). Interessenentwicklung unter selbstbestimmungstheoretischer Perspektive. In S. Trumpa, S. Seifried, E.-K. Franz & T. Klauß (Hrsg.), Inklusive Bildung – Erkenntnisse und Konzepte der Fachdidaktik und Sonderpädagogik. Weinheim: Beltz Juventa.

    Lichtblau, M. (2013). Interessenentwicklungsverläufe im Übergang von Kindergarten zur Schule. Zwei kontrastierende Fallbeispiele. Zeitschrift für Inklusion - Gemeinsam leben, 21 (3). 224-233.

    Lichtblau, M. (2013). Eine Klasse voller Experten - Auf Basis individueller Interessen inklusiv unterrichten. Lernchancen, 93/94, 60-64.

    Lichtblau, M. (2013). Inklusive Förderung auf Basis kindlicher Interessen - Ergebnisser einer Längsschnittuntersuchung zur Interessenentwicklung soziokulturell benachteiligter Kinder. Zeitschrift für Grundschulforschung - Themenschwerpunkt Inklusion, 1.

    Lichtblau, M., Thoms, S. & Werning, R. (2013). Kooperation zwischen Kindergarten und Schule zur Förderung der kindlichen Interessenentwicklung. In R. Werning und A. Arndt (Hrsg.), Inklusion: Kooperation und Unterrricht entwickeln. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

    Lichtblau, M. & Werning, R. (2013). Interessenentwicklung von Kindern im Kindergarten und in der Schule. In S. Seitz, N.-K. Finnern, N. Korff & K. Scheidt (Hrsg.), Ist Inklusion gerecht? Inklusionsforschung in leichter Sprache. Marburg: Lebenshilfeverlag.

    Lichtblau, M. & Werning, R. (2012). Interessenentwicklung von Kindern aus soziokulturell benachteiligten Familien im Übergang vom Kindergarten zur Schule. In K. Fröhlich-Gildhoff, I. Nentwig-Gesemann & H. Wedekind (Hrsg.), Forschung in der Frühpädagogik Band 5, Schwerpunkt: Naturwissenschaftliche Bildung - Begegnung mit Dingen und Phänomenen. Freiburg: FEL.

    Lichtblau, M. & Werning, R. (2012). "Das lieb ich am Besten: Basteln!" - Auf dem Weg zur Inklusion die Interessen von Kindern nutzen. In T. Albers (Hrsg.), Kita aktuell spezial. Themenheft zur Inklusion. Köln: Carl Link.

    Lichtblau, M. & Werning, R. (2012). Interessen in inklusiven Settings. In S. Seitz (Hrsg.), Inklusiv gleich gerecht? Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

    Werning, R., Lichtblau, M., Thoms, S. & Usanmaz, F. (2011). Interessen als Ressource und Ansatzpunkt inklusiver Förderung. In: B. Lütje-Klose, M.-T. Langer, B. Serker, M. Urban (Hrsg), Inklusion in Bildungsinstitutionen - Eine Herausfordeung an die Heil- und Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

    Pressebeiträge

    NDR 1 "Kulturspiegel" (4.12.12). "Frühförderung oder Baby-Olympiade?" von Dr. Sabine Guckel-Seitz. Hier abhörbar.

    Deutschlandfunk "Campus & Karriere" (24.7.2012). "Kein Interesse am Interesse - Bildungsforscher kritisieren Grundschulbildung" von Michael Engel. Hier abhörbar.

    uniintern (05/2010). Lokführer, Astronautin oder Feuerwehrmann? Interessenentwicklungvon Kindern im Übergang vom Kindergarten zur Schule.

    uniintern (06/2012). Forscherteam untersucht Interessenentwicklung von Kindern (Kurzdarstellung der Kernergebnisse des Projektes).

    Vorträge 

    Lichtblau, M. (2013). Auf Basis individueller Interessen Transition inklusiv gestalten. Geimeinsame Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe und der Sektion Sonderpädagogik an der TU Braunschweig.

    Lichtblau, M. (2013). Entwicklung und Förderung kindlicher Interessen im Übergang vom Kindergarten zur Schule. Vortrag im Kontext des Projektes "Brückenjahr". Beratungsteam Hameln-Pyrmont.

    Lichtblau, M. (2013). Lernerfolg auf Basis individueller Interessen. Vortrag an der LUH im Kontext des Leibniz JuniorLabs.

    Lichtblau, M., Thoms, S. & Werning, R. (2013). Interessenentwicklung von Kindern im Übergang vom Kindergarten zur Schule (Poster). Abschlusstagung des Forschungsverbundes Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen.

    Lichtblau, M. (2013). Inklusion in der KiTA und im Übergang zur Grundschule. Hauptvortrag auf der Fachtagung KiTa 2020 "Normal sind wir verschieden" in Hildesheim.

    Lichtblau, M. (2012). Diskussionsrunde ’Lernmotive – was lässt uns lernen?’ - 6. Common Purpose-Programmtag 2012/2013 zum Thema 'Bildungssituation in Hannover' an der IGS Linden.

    Lichtblau, M. & Thoms, S. (2012). Ergebnisse des Interessenentwicklungsprojektes. Präsentation und Diskussion mit projektbeteiligten Kita- und Schulen. Leibniz Universität Hannover.

    Lichtblau, M. & Werning, R. (2012). Interessenentwicklung von Kindern in der Transition vom Kindergarten zur Schule. 77. Tagung der Arbeitsgruppe für empirische pädagogische Forschung an der Universität Bielefeld.

    Lichtblau, M. (2012). Ergebnisse des Interessenentwicklungsprojektes zur Transition Kindergarten-Schule. Arbeitsgruppe ILEA T an der Universität Halle-Wittenberg.

    Lichtblau, M., Thoms, S., Usanmaz, F. & Werning, R. (2012). Interessen und der Start in die Schule. 23. Kongress der DGfE in Osnabrück. Im Rahmen des Symposiums "Bildungsziel Schulfähigkeit?".

    Lichtblau, M. (2011).Interessenentwicklung von Kindern in Elternhaus, Kindergarten und Schule - Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung (Vortrag). 8. Forschungskolloquium der NachwuchswissenschaftlerInnen der Kommission PdfK der DGfE an der PH Karlsruhe.

    Usanmaz, F., Lichtblau, M., Thoms, S. & Werning, R. (2011).Interessenentwicklung soziokulturell benachteiligter Kinder. 47. Arbeitstagung der Dozentinnen und Dozenten für Sonderpädagogik in deutschsprachigen Ländern - Jahrestagung der Sektion Sonderpädagogik der DGfE „Forschungskulturen im Diskurs“ Carl von Ossietzky Universität Oldenburg - 29. September bis 1. Oktober 2011

    Lichtblau, M., Thoms, S. & Werning, R. (2011). Interests as a resource and starting point for inclusive education. Vortrag im Rahmen des Symposiums "Parents' and educators' constructions of educational norms in the context of socioeconomically and socioculturally disadvantaged children and their families"  EECERA-Konferenz an der Université de Genéve. 

    Lichtblau, M. (2011).Interessenentwicklung von Kindern in Elternhaus, Kindergarten und Schule - Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung (Vortrag). Tagung der NachwuchswissenschaftlerInnen der PdfK der DGfE an der PH Karlsruhe.

    Lichtblau, M. (2011). Interessen als Ressource und Ansatzpunkt inklusiver Förderung (Workshop). Fachtag "Inklusion - Die Zukunft der Pädagogik" der Stadt Langenhagen.

    Lichtblau, M. (2011). Interessenentwicklung von Kindern (Posterpräsentation). Nifbe-Kongress "Auf dem Weg zur Kita 2020" in Hannover.

    Lichtblau, M. (2011). Interessen von Kindern in inklusiven Settings (Workshop).25. Internationale Tagung der InklusionsforscherInnen an der Universität Bremen.

    Werning, R., Lichtblau, M., Usanmaz, F. & Thoms, S. (2010). Interessenentwicklung soziokulturell benachteiligter Kinder. Individuelle Interessen als Ressource und Ansatzpunkt inklusiver Didaktik (Vortrag). 46. Arbeitstagung der DozentInnen für Sonderpädagogik deutschsprachiger Länder an der Universität Bielefeld.

    Lichtblau, M. (2010). Interessenentwicklung von Kindern unter selbstbestimmungstheoretischer Perspektive (Vortrag). 7. Forschungskolloquium der NachwuchswissenschaftlerInnen der Kommission PdfK der DGfE an der Universität Hildesheim.

    Lichtblau, M., Usanmaz, F. & Thoms, S. (2010). "Vom Bauklotz zum Architekten?" - Interessenentwicklung von Kindern (Vortrag). "Die Nacht die Wissen schafft!" an der Leibniz Universität Hannover.

    Lichtblau, M. & Werning, R. (2009). Interessenentwicklung von Kindern (Posterpräsentation). Nifbe-Transfertagung in Hannover.

    Workshops & Fortbildungen

    Lichtblau, M. (2013). Förderung kindlicher Interessen im Übergang vom Kindergarten zur Schule. KVHS Peine.

    Lichtblau, M. (2013). Interessen als Ansatzpunkt inklusiver Förderung. Workshop auf der Fachtagung KiTa 2020 "Normal sind wir verschieden" in Hildesheim.

    Lichtblau, M (2013). Inklusive Förderung in Kiga und Schule auf Basis kindlicher Interessen. Fortbildung für ErzieherInnen und LehrerInnen der KVHS Peine.

    Lichtblau, M. (2011). Interessen als Ressource und Ansatzpunkt inklusiver Förderung (Workshop). Fachtag "Inklusion - Die Zukunft der Pädagogik" der Stadt Langenhagen.

    Lichtblau, M. (2012). Interessen als Ansatzpunkt inklusiver Förderung. Steuerungsgruppentreffen der RIKs Nord-West und Süd-West an der GS Entenfangweg.

    Lichtblau, M. (2011). Interessen als Ressource und Ansatzpunkt inklusiver Förderung (Workshop). Fachtag "Inklusion - Die Zukunft der Pädagogik" der Stadt Langenhagen.

Drittmittelprojekt (MWK/nifbe): Gesundheitsbildung und -förderung im Elementarbereich

  • Projektbeschreibung

    Entwicklung von Körpergefühl, Gesundheitsvorstellungen und -theorien im Kontext von Kindergarten und Familie

    In dem Projekt sollen die subjektiven Konstruktionen von sozial benachteiligten Kindern mit und ohne Migrationshintergrund, deren Eltern und Erzieherinnen und Erziehern zum Themenfeld Gesundheit mit den Schwerpunkten Ernährung und Bewegung differenziert erforscht werden. Auf der Grundlage einer ökosystemischen Perspektive wird dabei die wechselseitige Bezogenheit dieser Konstrukte als Prozesse der sozialen Ko-konstruktion (Kind, Familie, Kindertageseinrichtung) einer differenzierten Untersuchung unterzogen. Dazu wird ein vornehmlich qualitatives Forschungsdesign gewählt, das zweiphasig und mehrperspektivisch angelegt ist. Der Zugang zum Forschungsfeld wird über den institutionellen Kontext der Kindertageseinrichtungen gewählt und wird in Form einer Onlinebefragung (Vollerhebung im Großraum Hannover) und fokussierten Gruppendiskussionen mit den Erzieherinnen und Erziehern in zehn Einrichtungen erfolgen.

    Für die zweite Forschungsphase ist eine Vertiefung und Perspektivenerweiterung in vier Kindertageseinrichtungen geplant. Dabei wird insbesondere die Genese von Gesundheitsvorstellungen des Kindes über symbolische Puppeninterviews exploriert. Gleichzeitig zielen episodische Interviews auf die Einbeziehung der entsprechenden Vorstellungen und subjektiven Konstrukte der Eltern und Erzieherinnen und Erzieher als den wichtigsten, die kindliche Entwicklung moderierenden Bezugspersonen in den Mikrosystemen Familie und Kindertageseinrichtung.

    Flankierend werden 24-Stunden-Recalls eingesetzt, um die familiären Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu ermitteln. Ferner werden in den Kindertageseinrichtungen die Rezepturen der Mahlzeiten sowie das Bewegungsverhalten der Kinder in der Kindertageseinrichtung erhoben. Die Auswertung der ernährungsbezogenen Daten erfolgt durch das Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund (FKE) . Die bewegungsbezogenen Daten werden mit der Expertenempfehlung des American College of Sports Medicine (ACSM) verglichen.

    Ziel ist es, durch die Verschränkung aller Untersuchungsergebnisse Einblicke in die lebensweltlichen Entwicklungskontexte der Kinder zu gewinnen und Passungsschwierigkeiten in Fragen der Gesundheitsbildung und -förderung (Schwerpunkt Ernährung und Bewegung) zu benennen. Diese Ergebnisse können als Grundlage für eine zielgruppengerechte Gestaltung von Gesundheitskonzepten (Schwerpunkt Ernährung und Bewegung) sowie Adipositaspräventions- und Interventionsmaßnahmen in der Gesundheitsbildung (Schwerpunkt Ernährung und Bewegung) im Vorschulbereich genutzt werden. Hier wären zukünftige Praxis- und Transferprozesse unmittelbar anschlussfähig.

    Wenn Sie detailliertere Informationen über das Projekt erhalten möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

    Informationen für Kindertageseinrichtungen.

    Immer mehr Kinder sind bereits im Kindergartenalter übergewichtig. Verursacht wird das Übergewicht vor allem durch mangelnde Bewegung und kalorienreiche Kost. Dies ist besorgniserregend, da  Ernährungs- und Bewegungsmuster bereits in der frühen Kindheit entstehen und sich im Laufe der Zeit verfestigen. Eltern sind durch ihre Vorbildfunktion in diesem Prozess besonders prägend. Aber auch Erzieherinnen und Erzieher sind für Kinder in Kindertageseinrichtungen zentrale Bezugspersonen und können daher die Entwicklung solcher Muster beeinflussen. Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, die  Meinungen, Einschätzungen und Erfahrungen zum Thema Gesundheitsbildung (Schwerpunkt Ernährung und Bewegung) dieser beiden Bezugsgruppen zu erfassen und auch die Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen. Durch die Verschränkung der drei Perspektiven soll so ein umfassendes Bild der Lebens- und Entwicklungskontexte der Kinder entwickelt werden.

    Befragung von Kindertageseinrichtungen und Interviews mit Erzieherinnen und Erziehern

    In der ersten Forschungsphase ist eine Onlinebefragung aller Kindertageseinrichtungen im Großraum Hannover erfolgt, die in der ersten Jahreshälfte ausgewertet wird. Parallel dazu werden die Teams einiger  Kindertageseinrichtungen eingeladen, mit uns über das Thema Gesundheitsbildung zu diskutieren.

    In einer zweiten Forschungsphase werden in vier Kindertageseinrichtungen Interviews mit Eltern, Kindern und Erzieherinnen und Erzieher geführt. Diese Forschungsphase wird voraussichtich  Anfang Juni 2010 beginnen.

    Die Abschlusstagung fand am 28.11.2011 statt. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Flyer

    Projektleitung:

    Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

    Dipl.-Sozialwiss. Roswitha Stöcker (LUH)

    Dipl.-Gesundheitswirtin Elena Sterdt (MHH)

    sterdt.elena@ifs.phil.uni-hannover.de

    Studentische Hilfskraft

    Katharina Rohe (LUH)

     

    Kooperationspartner:

     

    Weitere Links und Informationen:

     

     

     

  • Veröffentlichungen

    Publikationen und Vorträge folgen in Kürze.

Drittmittelprojekt (MWK): Lernerfahrungen im Übergang. Lern- und Entwicklungsprozesse sozioökonomisch benachteiligter Kinder im Schnittfeld von Familie, Kindergarten und Schule

  • Projektbeschreibung

    Das Projekt fokussiert die Lern- und Entwicklungsprozesse von sozioökonomisch benachteiligten Kindern im Übergang vom Kindergarten in die Schule. Zudem werden als ergänzende Fälle einzelne Kinder aus Familien einbezogen, die nicht als sozioökonomisch benachteiligt angesehen werden. Vor dem Hintergrund ökopsychologischer Transitionsmodelle werden die Wechselwirkungen der mikrosystemischen Konstruktionen über individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse des Kindes auf dessen Entwicklung untersucht. Im Vordergrund stehen folgende Fragestellungen: Wie nehmen Eltern und PädagogInnen das Kind als Lernendes wahr? Welche Konvergenzen und Divergenzen ergeben sich in Bezug auf die einzelnen Perspektiven? Welche Bedeutung haben familiäre und institutionelle Kontextbedingungen?

    Zur Beantwortung dieser Fragestellungen werden die Perspektiven der Eltern, ErzieherInnen und Lehrkräfte erfasst und miteinander relationiert. Ergänzend wird  auch die kindliche Perspektive einbezogen.

    Vor dem Hintergrund eines Verständnisses der Transition, welches den Übergang als dynamischen Prozess konzeptualisiert, interessiert zudem, wie sich sowohl die einzelnen Perspektiven als auch ihre Relation während des Übergangs entwickeln. Dazu wird im Forschungsprojekt ein längsschnittliches, vorrangig qualitatives Design eingesetzt. Der Erhebungszeitraum reicht von eineinhalb Jahre vor dem voraussichtlichen Schuleintritt der Kinder bis in die ersten Monate des ersten Schuljahres. Diese Zeitspanne gliedert sich in drei Erhebungsphasen im Kindergarten, sowie Erhebungsphasen nach Schuleintritt.

    Forschungsdesign

    Es werden 19 Kinder in sieben Kindertageseinrichtungen und elf Schulen begleitet. Die Erforschung der kindbezogenen Konstruktionen basiert auf einzelfallbezogenen qualitativen Daten, welche durch quantitativ-deskriptive Datensätze flankiert werden. In den einzelnen Erhebungsphasen werden episodische Interviews mit den Eltern und den PädagogInnen durchgeführt. Zur Erfassung der kindlichen Perspektiven finden spielbasierte Interviews statt, die durch teilnehmende Beobachtungen gerahmt werden.

    Ausgehend von einer einzelfallbezogenen Auswertung werden Lern- und Entwicklungsportraits erstellt, in denen die erfassten Perspektiven miteinander in Beziehung gesetzt werden. Zugleich werden fallübergreifend Muster herausgearbeitet, d.h. wiederkehrende Konstellationen, die sich in den unterschiedlichen Lebenswelten des Kindes und in den Wahrnehmungen des Kindes als Lernendes finden lassen. Dabei ist einerseits von Interesse, was beschrieben wird, d.h. beispielsweise in welchen Bereichen Lernerfahrungen gesehen werden. Andererseits ist bedeutsam, wie die einzelnen Beteiligten das Kind beschreiben, ob eher detailliert oder oberflächlich, ressourcen- oder defizitorientiert.

    Neben einem vertieften Verständnis von Lern- und Entwicklungsprozessen von sozioökonomisch benachteiligten Kindern im Sinne einer Grundlagenforschung zielt das Projekt auf die Identifikation von positiven Handlungsansätzen, welche zu eine Optimierung der Relation der Entwicklungskontexte Familie, Kindergarten und Schule beitragen können.

    Projektleitung

    Prof. Dr. Rolf Werning

    Prof. Dr. Michael Urban
    [Michael Urban ist seit Herbst 2011 mit einer Professur für Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Diagnose und Förderung an der Universität Bielefeld] 

    Projektmitarbeiter

    Qualitative Methoden

    Ann-Kathrin Arndt 

    Antje Rothe, M.A.

    Quantitative Methoden

    Dipl. Psych. Michael Lichtblau

  • Veröffentlichungen

    Publikationen

    Arndt, A.; Rothe, A.; Urban, M.; Werning, R. (im Druck): Umgang mit Schwierigkeiten in der kindlichen Lernentwicklung am Schulanfang. Ergebnisse der qualitativen Längsschnittstudie "Lernerfahrungen im Übergang". In: Cloos, P.; Koch, K.; Mähler, C. (Hrsg.): Entwicklung und Förderung in der frühen Kindheit. Interdisziplinäre Perspektiven.

    Arndt, A.; Rothe, A.; Urban, M.; Werning, R. (in Vorbereitung): Die Perspektiven von Erzieher/innen und Lehrkräften auf die kindliche Lernentwicklung in der Transition im Spannungsverhältnis von Kontinuität und Diskontinuität (Arbeitstitel). Tagungsband "Inklusion und Übergang. Perspektiven der Vernetzung von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen“. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

    Arndt, A.; Rothe, A.; Urban, M. Werning, R. (2013): Supporting and stimulating the learning of socioeconomically disadvantaged children – perspectives of parents and educators in the transition from preschool to primary school. European Early Education Research Journal, 21(1), 23-38.

    Arndt, A.; Rothe, A. Urban, M., Werning, R. (2013): Die sukzessive Konstruktion von Schul(un)fähigkeit im Übergang vom Elementar - in den Primarbereich - Perspektiven von Eltern sowie Erzieherinnen und Erziehern. Sonderpädagogische Förderung heute, 58(1), 70 84.

    Rothe, A. (2013): Professionelle Herausforderungen im Umgang mit Heterogenität am Schulanfang (Arbeitstitel). In: Werning, R. & Arndt, A. (Hrsg.): Inklusion: Kooperation und Unterricht entwicklen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 221-244.

    Werning, R.; Urban, M.; Arndt, A.; Rothe, A. (2011): Zwischen Regelschule, Förderschule und Zurückstellung vom Schulbesuch – Transitionsprozesse unter erschwerten Bedingungen. In: B. Lütje-Klose, M.-T. Langer, B. Serke & M. Urban (Hrsg.): Inklusion in Bildungsinstitutionen. Eine Herausforderung für die Heil- und Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 238-245.

     

    Tagungsbeiträge 2013

    Arndt, A. & Rothe, A. (2013): Konstruktionen der kindlichen Lernentwicklung im Übergang vom Kindergarten in die Schule und Implikationen für eine inklusive Praxis. Gemeinsame Jahrestagung der DGfE Kommission Grundschulforschung und Didaktik der Primarstufe und der DGfE Sektion Sonderpädagogik. 30.September-2.Oktober 2013, Braunschweig.

    Arndt, A., Rothe, A., Urban, M., Werning, R. (2013): How Do Parents, Educators and Teachers View Children at Risk in the Transition to School? ECER Conference "Creativity and Innovation in Educational Research", 10.-13 September, Istanbul.

    Arndt, A. & Rothe, A. (2013): Übergang unter erschwerte Bedingungen und Reflexionen in Hinblick auf eine inklusive Gestaltung. Tagung "Inklusion und Übergang. Perspektiven der Vernetzung von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen", 2.-3. September 2013, Frankfurt.

    Rothe, A. (2013): Conceptual Challenges and Their Implications for Professional Development of Preschool Teachers. ECER Conference "Creativity and Innovation in Educational Research", 10.-13.September, Istanbul.

    Tagungsbeiträge 2012

    Arndt, A., Rothe, A., Urban, M., Werning, R. (2012). Relations of Families and Educational Institutions in the Transition from Preschool to Primary School – Parents, Educators and Teachers’ Perspectives. ECER Conference “The need for Educational Research to champion Freedom, Education and Development for All”. 18.-21. September 2012, Cádiz (in Vorbereitung).

    Rothe, A. (2012). Autobiographical Reflections on the Professional Self-Conception in the Interplay of Self and Culture. ECER Conference “The need for Educational Research to champion Freedom, Education and Development for All”. 18.-21. September 2012, Cádiz (in Vorbereitung).

    Arndt, A., Rothe, A., Urban, M., Werning, R. (2012). Bildungsbenachteiligung und soziale Herkunft am Schulanfang – Kindliche Lern- und Entwicklungsprozesse in der Transition vom Kindergarten in die Schule aus der Perspektive von Familie und Institution. SGBF-Kongress „Bildungsungleichheit und Gerechtigkeit – Wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen.“ 2.-4. Juli 2012, Bern.

    Arndt, A., Rothe, A. & Urban, M. (2012): Wie konstruieren Eltern, Erzieher/-innen und Lehrkräfte "Schulfähigkeit"? Ergebnisse des Forschungsprojektes "Lernerfahrungen im Übergang". 23. Kongress der DGfE "Erziehungswissenschaftliche Grenzgänge". 12.-14. März, Osnabrück.

    Tagungsbeiträge 2011

    Arndt, A. & Rothe, A. Urban, M., Werning, R. (2011). Resources and difficulties in the transition from elementary to primary school – parents, educators and teachers’ perspectives. ECER Conference „Urban Education”, 12.-16. September, Berlin.

    Rothe, A.; Urban, M.; Arndt, A. and Werning, R. (2011). Social constructions of “deviance” from standards. Parental and professional perceptions of adjustment difficulties of socioeconomic disadvantaged children after school entry. 21th EECERA Conference „Education from birth: Research, Practices and Educational Policy”, 14.-17. September, Genf und Lausanne.

    Rothe, A. (2011): ‘I’m worried about children believe me saying: adults are always right – authority was an issue in my childhood’ – childhood experiences and their impact on professionals‘ self-conception. 21th EECERA Conference „Education from birth: Research, Practices and Educational Policy”, 14.-17. September, Genf und Lausanne.

    Rothe, A. (2011): Der Einfluss biografischer Erfahrungen auf das professionelle Selbstverständnis von ErzieherInnen. 14. Bundesweiter Workshop zur qualitativen Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung des Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung, 4.-5. Februar, Magdeburg.

    Werning, R. und Rothe, A. (2011): Den Übergang gestalten von der Kita in die Schule. Nifbe Kongress "Auf dem Weg zur Kita 2020. Herausforderungen und Ansätze", 23.-24. Juni, Hannover.

    Tagungsbeiträge 2010

    Arndt, A. & Rothe, A. (2010): Verantwortung hinsichtlich kindlicher Lernprozesse aus familialer und institutioneller Perspektive. Vortrag im Rahmen der Tagung "Bildung und individuelle Förderung in Kindertageseinrichtungen und Schulen" des Centrums für Bildung und Unterrichtsforschung (CeBu), 22.-23. Februar, Hildesheim.

    Arndt, A., & Rothe, A. Urban, M., Werning, R., (2010): Convergent and divergent constructions of the child as a learner - the perspectives of educators, parents and the child. 20th EECERA Conference "Knowledge and voice in early childhood - who knows, who speaks, who listens?", 6.- 8. September, Birmingham.

    Arndt, A. & Rothe, A. Urban, M., Werning, R., (2010): Das Kind als Lernendes - Wie nehmen Eltern und ErzieherInnen Lernerfahrungen benachteiligter Kinder in der Transition vom Elementar - zum Primarbereich wahr? 46. Arbeitstagung der Dozentinnen und Dozenten für Sonderpädagogik in deutschsprachigen Ländern "Inklusion in Bildungsinstitutionen - eine Herausforderung an die Heil- und Sonderpädagogik", 27.-28. September, Bielefeld.

    Arndt, A. & Rothe, A. Urban, M., Werning, R., (2010): Das lernende Kind - Konvergenzen und Brüche in den Perspektiven von Kita, Grundschule und Eltern auf individuelle Prozesse des Lernens. Tagung der DGfE, Sektion Schulpädagogik, Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe "Grundlegende Bildung ohne Brüche", 29.September.-01. Oktober, Weingarten.

    Rothe, A. (2010): Der Einfluss von biographischen Erfahrungen auf das professionelle Selbstverständnis von ErzieherInnen. Nachwuchstagung der Kommission der Pädagogik der frühen Kindheit der DGfE, 8. – 9. Oktober, Hildesheim.

    Urban, M., (2010): Anspruch auf Inklusion und Umgang mit Heterogenität im Erziehungssystem. 46. Arbeitstagung der Dozentinnen und Dozenten für Sonderpädagogik in deutschsprachigen Ländern "Inklusion in Bildungsinstitutionen - eine Herausforderung an die Heil- und Sonderpädagogik", 27.-28. September, Bielefeld.